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Zahlengliederung digital

Immer wieder liest man, daß Zahlen im Printbereich zur besseren Lesbarkeit gegliedert werden sollten, während eine Gliederung »für elektronische Vorgänge nicht zulässig ist« – was natürlich völlig unsinnig ist.

Zahlengliederung

In beiden Bereichen dient die Gliederung dem besseren visuellen Erfassen der Zahlen. Während im Printbereich Zahlen nur gelesen werden, kommt allerdings im digitalen Bereich eine weitere Funktion hinzu: Die Zahl muß weiter verwendet werden können.
Diesen Vorteil wissen wir alle zu schätzen; Wer will schon noch lange Nummernfolgen abschreiben statt sie einfach zu kopieren und in ein Formularfeld einzufügen?

Die Frage ist nicht, ob Zahlen gegliedert werden, sondern wie!

Um Zahlen im digitalen Medium sowohl für das Lesen als auch fürs Kopieren zu optimieren, muß man sie also richtig gliedern. Wie der Abstand zwischen den Zifferngruppen zustande gekommen ist, interessiert im Printbereich niemanden. Spätestens jedoch, wenn man eine mit Leerzeichen gruppierte Zahl in ein Textfeld einfügen möchte, dessen Länge begrenzt ist, wird man bemerken, daß es am Rechner nicht ganz so egal ist:

Die Bankleitzahlen auf der linken Seite sind visuell etwa gleich gegliedert. Der Unterschied wird erst deutlich, wenn Du sie markierst, kopierst und in das auf 8 Zeichen limitierte Textfeld auf der rechten Seite einfügst!

123 456 78
12345678
 

Die obere Zahl wurde mit Leerzeichen gegliedert.
123 456 78
Die untere Zahl wurde ohne Leerzeichen gegliedert
12345678
… jedoch habe ich im HTML-Code die Zifferngruppen in span-Elemente unterteilt
<span>123</span><span>456</span>78
… und diesen im CSS auf der rechten Seite einen Abstand zugewiesen:
span {margin-right: 0.4em;}

Auf diese oder ähnliche Weise erhält man Zahlen, die sowohl gut lesbar als auch gut weiterzuverarbeiten sind – und es funktioniert nicht nur mit Abständen.

Statt eines Abstands kann man einem Element auch ein Zeichen folgen lassen, z.B. ein Tausender-Trennzeichen:

123.456.789
123456789
 

Dazu im CSS auf der rechten Seite per Pseudoelement :after ein Zeichen (URL-kodiert) folgen lassen:
span:after{content: "\2E";}

Update: Telefonnummern

Eine Besonderheit gibt es bei Telefonnummern: Damit Android- und iOS-Betriebssysteme die Zahl trotz Gliederung noch als Telefonnummer erkennen, sollte man sie als tel-Link formatieren:
<a href="tel:12345678"><span>12</span><span>34</span><span>56</span><span>78</span></a>

Danke, HP, Peter & Norman!