Der Stromanbieter Lekker Strom wirbt mit dem handgeschriebenen Claim »Mein Strom ist lekker« – so weit, so langweilig. Bei etwas genauerem Blick fällt jedoch auf, daß bei dem vermeintlich handgeschriebenen Claim etwas faul ist.
Handschrift und Font
Das Schöne an handgeschriebener Schrift ist das Unregelmäßige – jeder Buchstabe ist ein echtes Unikat.
Das Schöne an vektorisierter Handschrift ist, daß man sie verlustfrei skalieren und so von der Visitenkarte bis zum Plakat überall verwenden kann.
Wenn man beides möchte, gibt es zwei Möglichkeiten:
- Man läßt den Claim von jemandem schreiben und vektorisieren oder
- man sucht sich einen Font aus, der das leisten kann
Bei einem kurzen, feststehenden Text würde ich persönlich zur »echten« Handschrift tendieren, deren Lebhaftigkeit kein Font nachahmen kann.
Je mehr Text man jedoch hat und je flexibler man sein möchte, desto besser wird ein Font die Aufgabe bewältigen.
Und deshalb ist der Claim nicht »lekker«
Je mehr doppelte Buchstaben in einem Wort vorkommen, desto schlechter wird ein einfacher Handschriften-Font die Aufgabe erfüllen. Identische Buchstaben, vor allem direkt aufeinander folgend, sind das genaue Gegenteil von spontan und dynamisch, so wird aus »lekker« mit zwei Doubletten leider nur ungenießbar.
Gute Handschriften-Fonts
Aber es gibt ja gottseidank auch gute Handschriften-Fonts. Die OpenType-Technologie macht’s möglich: Fonts, die mitdenken und fast so dynamisch wie echte Handschrift sind.
FF Duper ist eine intelligente Schrift; Sie vermeidet Buchstabendoubletten nicht nur, wenn sie direkt aufeinander folgen. Martin Wenzel erklärt die Entstehung in einem Video.
Weitere »intelligente« Handschriften:
PS
Und das komische, gedrehte und nach unten geschobene Zollzeichen lass ich jetzt mal außer acht …

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