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Artikel mit dem Stichwort »Ligaturen«

Das große Eszett

geschrieben von Christoph Koeberlin

Auch auf Medium, optimiert für mobile Endgeräte.
The English version is published here.

Das Eszett wird groß

Der Rat für Rechtschreibung hat am 29.6.2017 die Großbuchstabenvariante des ß (»Versaleszett«) zugelassen, womit das bei deutschen Typografen wohl umstrittenste Zeichen nun in der offiziellen deutschen Rechtschreibung angekommen ist.
Seit Jahren schon herrscht ein erbitterter verbaler Disput zwischen zwei typografischen Lagern: Eine Seite kämpft seit Jahren dafür, dieses Zeichen groß (sic!) rauszubringen, die andere verteufelt es als bestenfalls unnötig und unästhetisch.

Typefacts bemüht sich nun darum, die wesentlichen Informationen zum Thema sachlich zusammenzufassen – sowohl für Anwender als auch Designer des Zeichens.
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Typefacts geht fremd

Ich bin Martin Wenzel etwas zur Hand gegangen bei seinem ausführlichen Artikel An Introduction to OpenType Substitution Features für I Love Typography.

OpenType-Features bei I Love Typography

Zwar in Englisch, aber wie von Typefacts gewohnt mit tollen interaktiven Beispielen (Was bewirkt welches Feature? Wo verstecken sich die Features in InDesign? Welches Programm unterstützt welche Features? etc pp).

Ein Muß für Schriftgestalter, die OpenType-Fonts erzeugen möchten (also alle).

Hier geht’s lang.

Das Et-Zeichen (&)

Das Et-Zeichen, auch Kaufmanns-Und und im Englischen Ampersand genannt, ist eine »besonders innige Buchstabenverschmelzung« (Tschichold) der Buchstaben e und t (lateinisch et = »und«). Als Frühform taucht es erstmals 79 n. Chr. auf und kann als ein Liebling der Schriftgestalter angesehen werden.

»Bei den meisten Et-Zeichen in zeitgenössischen Schriften handelt es sich um uninspirierte, plumpe Brezeln.«
(Robert Bringhurst in The Elements of Typographic Style)

Robert Bringhurst berichtet von Christoph Plantin, der zum Teil vier verschiedene Et-Zeichen in einem Absatz verwendete. Gleichzeitig kritisiert er, daß aus der einstigen Formenvielfalt heutzutage oft nur die »uninspirierte Brezel« übrigbleibt.

Daß auch heute noch schöne Formen zu finden sind, zeigen die folgenden Beispiele:

  • Anisette
  • Axiom
  • Bickham Script
  • Calibre
  • Californian
  • Clifford
  • Cooper Black
  • Didot
  • Dora
  • Essay
  • Essenz
  • Euclid Flex
  • Farnham
  • Feijoa
  • Fontesque
  • Galaxie Copernicus
  • Giza
  • Harriet Series
  • Hoefler Titling
  • Kava
  • Kings Caslon
  • Landmark
  • Leitura
  • LiebeDoni
  • LiebeDoris
  • Lyon
  • Lyon2
  • Maelstrom
  • Marian
  • Max
  • NewParis
  • Oneleigh
  • Outsiders
  • Parable
  • Pitu
  • Poetica
  • Poetica2
  • Poetica3
  • Poetica4
  • Poetica5
  • Pufff
  • Quadraat
  • Quixo
  • Relay
  • Satyr
  • Scala
  • Schmalhans
  • Silesiana
  • Trim
  • Tuscan Extended
  • Van Lanen
  • Zapata
&
Et-Zeichen
Shift+6
⇧+6
U+0026
Tironisches Et
U+204A

Im Text wird das Et-Zeichen heutzutage nicht mehr verwendet. Im Deutschen ist es offiziell nur in Firmennamen gültig, laut Forssman/de Jong in Detailtypografie allerdings »auch sonst, wo es Spaß macht«. Meist wird es in Displaygrößen verwendet, weshalb Bringhurst rät, das schönste auszuwählen, das die Schriftart bietet, gerne auch das meist spannendere kursive in aufrechtem Kontext (Siehe Satz des Et-Zeichens oben).

Eine besonders ausführliche Abhandlung zum Et-Zeichen stammt von Jan Tschichold: In »Formenwandlung der Et-Zeichen« (Komplett enthalten in Schriften 1925–1974 Band 2) wird auch die von einer Tironischen Note abstammende Sonderform (⁊) erläutert.

Workshop: Ligaturen einfügen

Ziel dieser Anleitung ist es, Ligaturen nur da zu setzen, wo sie auch sinnvoll sind. Leider kann man sich dabei nicht auf die standardmäßig aktivierte Automatik verlassen, weshalb wir sie zunächst ausschalten müssen, um die Ligaturen dann später per Suchen und Ersetzen nach bestem Wissen (→ Ligaturen) zu Fuß einzufügen. Weiterlesen ›››

Ligaturen

Ligaturen sind Zeichen, die aus mehreren verbundenen Buchstaben bestehen. Sie verdeutlichen Lauteinheiten oder helfen störende Lücken zu vermeiden. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil professioneller Typografie, und Friedrich Forssman und Ralf de Jong nennen den Satz ohne Ligaturen gar eine »formale Verarmung der Typografie« (Detailtypo, S. 29). Im Folgenden werden Ligaturen und deren korrekter Einsatz vorgestellt.
Zunächst jedoch ein kleiner Test: Welche Ligaturen sind falsch und an welchen Stellen fehlen Ligaturen?

In jeder Zeile ist eine Ligatur versteckt (Klicke auf das Ausrufezeichen links oben, um sie hervorzuheben), aber nicht alle sind richtig. Klicke auf eine Ligatur, um sie aus- oder wieder einzuschalten; auf den Button unten rechts, um die Lösung zu erfahren! [Schrift: FF Milo Serif]

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