Typefacts https://typefacts.com/blog Kirby Sat, 24 Mar 2018 22:00:00 +0000 Typografie verstehen Neustart https://typefacts.com/blog/neustart blog/neustart Sat, 24 Mar 2018 22:00:00 +0000 Wir schreiben das Jahr 2008, die Vorherrschaft von Arial und Times New Roman wird bald schon beendet sein: Webfonts stehen in den Startlöchern! Auf Blogs wie Slanted (Was ist eigentlich aus MoiMel geworden?), Jürgen Sieberts Fontblog und Ivo Gabrowitschs Fontwerk entspinnen sich lange und wortreiche Diskussionen. StudiVZ ist hierzulande beliebter als Facebook, und Twitter – schon mal von Twitter gehört?

Rückblick

typefacts2008
Typefacts 1.0

Als ich damals mit Typefacts anfing, ahnte ich nicht, dass die Seite zehn Jahre (!) später relativ unverändert immer noch beliebt und gut besucht sein würde. Allerdings ahnte ich auch nicht, wie sehr eine Website trotz prinzipiell immer aktuell bleibender Inhalte altern kann …
Natürlich hatte ich keinen Gedanken daran verschwendet, wie die Seite auf handlichen Bildschirmen im Hochformat aussehen würde. Und auch diese überaus praktische Sache namens Flash, die es mir ermöglichte, interaktive Spielchen zu kreieren und Schrift vergrößerbar darzustellen, sollte doch nicht etwa irgendwann nicht mehr unterstützt werden?

emoji
Die emotionale Vielfalt ließ 2008 noch etwas zu wünschen übrig. Immerhin: Lächeln konnte man schon in zwei angedeuteten Hautfarben.

In dieses Habitat wurde Typefacts geboren: Nachdem ich während meines Studiums immer wieder zu den Themen Schrift und Typografie um Rat gefragt worden war, hatte ich mich entschlossen, als Diplom etwas zu verwirklichen, das nicht im Regal landen, sondern öffentlich weiter leben sollte – im Geiste der Aufklärung für jeden erreichbar und niemanden ausgrenzend, also im Internet.

Selbst jedes Buch zum Thema verschlingend, war mir außerdem klar geworden, dass sich viele meiner Kommilitoninnen und Kommilitonen geradezu einschüchtern ließen, was sowohl an Aufmachung und Umfang der Publikationen lag als auch am oft bedeutungsschweren Tonfall, der keine Widerrede zuzulassen schien. Das hieß für mich, meine Website bei aller Ernsthaftigkeit freundlich und undogmatisch anzulegen.

»Es geht mir vor allem darum, Spaß an der Typografie zu vermitteln, und zwar möglichst auch denen, die sich von den vielen Büchern und der Fülle an Informationen zum Thema abgeschreckt fühlen.«

— Christoph Koeberlin, Erster Typefacts-Blogpost 2008

Ich griff also das Ideal des „Autorengestalters“ meines Professors Michael Klar auf und erweiterte es zum „Autorengestalterprogrammierer“. Für mich hieß das zweierlei: Zum einen mobilisierte ich meine rudimentären Programmierkenntnisse und brachte neben einer – im Laufe der Jahre immer schlimmer zusammengeflickten – Wordpress-Basis auch einige hübsche kleine Flash-Beispiele zustande, die den Zugang zur Materie spielerisch erleichtern sollten.
Zum anderen wollte ich auch inhaltlich alles alleine stemmen und ein gleichbleibendes Niveau erreichen, indem ich alle Artikel selbst schrieb.

Stillstand

Ein Weilchen lief das auch ganz gut, aber mein Fokus auf Flash entpuppte sich bekanntermaßen als Sackgasse und das Alleine-Stemmen wurde durch zunehmende berufliche und familiäre Verantwortung schwieriger (und verhinderte eine ernsthafte Auseinandersetzung mit einer Flash-Alternative). Zudem hatte ich mich irgendwann dermaßen in meinem Wordpress-Konstrukt verheddert, dass jedes Update ein Wagnis wurde und jeder neue Artikel eine Wissenschaft für sich … kurzum: Typefacts blieb stehen.

Aber Älterwerden hat ja auch Vorteile, denn im Optimalfall lernt man erstens dazu und zweitens tolle Menschen kennen.
Gelernt habe ich, dass ich Typefacts nicht mehr alleine unterhalten kann – aber vor allem, dass ich es auch nicht muss. Denn zum Glück gibt es Menschen, denen die Seite genauso am Herzen liegt wie mir, und die meine Sorgen um ein gleichbleibendes Niveau völlig zerstreut haben (was ist auch dagegen einzuwenden, das Niveau anzuheben?!).

We are Family

Nach all den Jahren der Eigenbrötlerei freue ich mich, neue Mitstreiter gefunden zu haben, die mich optimistisch in die Zukunft von Typefacts blicken lassen – und Ihnen gebührt mein herzlichster Dank:
Frank Rausch verehre ich seit langem; Als einem der wenigen gelingt es ihm, innovative digitale Produkte mit einer beispiellosen Akribie sowohl für Makro- als auch Mikrotypografie zu erschaffen. Dass er sich bereit erklärt hat, Typefacts auf ein zeitgemäßes technisches Fundament zu stellen, erfüllt mich mit Stolz. Ich hätte mir niemand besseren vorstellen können.
Norman Posselt hat sich zur guten Seele von Typefacts entwickelt. Obwohl von Hause aus für fantastische Fotos zuständig gibt es eigentlich nichts, was er nicht kann. Sein unermüdlicher Einsatz an allen kleinen wie großen Fronten, alleine und an der Seite von Frank, hat den Neustart von Typefacts erst ermöglicht.
Sie bilden zusammen mit dem begabten Schriftgestalter Sven Fuchs, der im letzten Jahr auch schon erste Spuren auf der Seite hinterlassen hat, den Anfang eines neuen offenen Typefacts.

Stichwort „neu“: Wie so oft ist auf den ersten Blick nicht unbedingt zu sehen, was genau erneuert wurde – wobei eigentlich kein Stein auf dem anderen geblieben ist. Neben einem grundsätzlichen Hausputz mit eisernem Besen waren mir drei Punkte besonders wichtig:

  1. Responsive werden
  2. Flash rausschmeißen
  3. Deutliche Autorenkennzeichnung einführen

… wovon Frank und Norman die ersten beiden schon perfekt umgesetzt haben.

suche
Eine der nicht mehr wegzudenkenden Neuerungen: Die Live-Suche

Tschüß Wordpress, hallo Kirby!

Frank hatte freie Hand und wählte statt des alten Wordpress-Schlachtschiffs einen kompletten Neuanfang mit handgefertigtem Kirby-Backend, das mich sofort zu begeistern wusste.
Das Design bleibt erkennbar Typefacts, wurde durch Frank aber – auch mithilfe Ludwig Übeles Aspen – aufgefrischt und funktioniert nun natürlich auch wunderbar auf mobilen Endgeräten. Alte Zöpfe wurden im großen Stil abgeschnitten: Flash wurde (zunächst) ersatzlos gestrichen, ebenso Like-Buttons, Amazon-Affiliate-Links und anderer Quatsch.

Die Möglichkeit, sich einem Thema spielerisch zu nähern, setzte ich in Flash um – leider eine Sackgasse. Im Moment suchen wir jemanden, der diese Sachen in HTML5 umsetzen kann. Bei Interesse bitte melden!

Dafür wurden einige grundsätzliche Weichen gestellt: Nicht zuletzt der Tod des Fontblogs, aber auch das Kooperationsinteresse einiger geschätzter Kolleginnen und Kollegen ließen uns neben den Artikeln auch den Blog-Bereich als konsequente zweite Schiene einrichten. Zusammen mit der neuen grundsätzlichen Option englischer Artikel eröffnen sich nun ungeahnte Möglichkeiten.
Fehlt von meinen Hauptanliegen eigentlich nur noch die saubere und deutliche Autorenkennzeichnung, damit auch diejenigen die Ehre erhalten, denen sie gebührt. Aber auch daran wird schon gearbeitet.

Nächster Halt: Sinnlichkeit

papierformate
Momentan findet man die wichtigen Papierformate als einfache Liste; Die ursprünglich sinnliche Übersicht wird bald wieder hergestellt.

Neben dem Erstellen neuer Inhalte geht es in Zukunft vor allem darum, die ursprüngliche Sinnlichkeit jenseits purer Information wiederherzustellen; Die Seite ist aktuell Fundament und Ausgangspunkt für Wachstum und Veredelung.

In diesem Sinne blicke ich erfreut voraus auf die nächsten zehn Jahre! Typefacts hat endlich wieder ein zeitgemäßes Fundament, auf dem es wieder Spaß macht Neues zu errichten.
Ich freue mich auf neue Mitstreiter, neue Inhalte und neue Leserinnen. Immer im Dienste guter Typografie!

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Das große Eszett https://typefacts.com/blog/das-grosse-eszett blog/das-grosse-eszett Tue, 04 Jul 2017 09:00:00 +0000 eszett_cover

Der Rat für Rechtschreibung hat am 29.6.2017 die Großbuchstabenvariante des ß (»Versaleszett«) zugelassen, womit das bei deutschen Typografen wohl umstrittenste Zeichen nun in der offiziellen deutschen Rechtschreibung angekommen ist. Seit Jahren schon herrscht ein erbitterter verbaler Disput zwischen zwei typografischen Lagern: Eine Seite kämpft seit Jahren dafür, dieses Zeichen groß (sic!) rauszubringen, die andere verteufelt es als bestenfalls unnötig und unästhetisch.

Typefacts möchte nachfolgend die wesentlichen Informationen zum Thema sachlich zusammenzufassen – sowohl für Anwender als auch Designer des Zeichens.

Darum geht’s

Im Deutschen gibt es das Zeichen »ß« (scharfes s, Eszett, Rucksack-s …) – doch was es eigentlich ist und wie damit umzugehen ist, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen:

  1. Ligatur (Zusammensetzung) aus »ſ« und »s« (oder »ſ« und »z«/»ʒ«):
    Da es keine Großbuchstabenvariante des langen s (ſ) gibt, folgte daraus:
    Maße → MASSE
    (= MASSE/Masse)
    Dies kann – speziell bei Eigennamen – missverständlich sein.
  2. Eigenständiges Zeichen »ß«:
    Ein eigenständiges Zeichen kann (und muss?) es als Klein- und Großbuchstabenform geben. Daraus folgt:
    Maße → MAẞE
    (≠ MASSE/Masse)
    Eigennamen bleiben somit auch in Versalien – wie im Personalausweis – eindeutig.
eszett_versalsatz
Zusätzlich zu (2) ist nun auch (3) möglich. (4) ist und bleibt falsch. Das Versaleszett ist nur für den Großbuchstabensatz gedacht. Es gibt keine Wörter, die mit ß anfangen!

Die dringlichsten Fragen

Muss ich es verwenden?
Nein, aber Du darfst es jetzt offiziell.

Muss es meine Schrift enthalten?
Nein, dein Font unterstützt auch ohne Versaleszett die deutsche Sprache (wenn äöüßÄÖÜ enthalten sind).

Gestaltung

Das größte Problem ist wohl das Design des Zeichens: Wie kann eine Großbuchstabenvariante von etwas aussehen, das es eigentlich nur als Kleinbuchstabe(n) gibt?

Grundsätzlich sind viele Formen denkbar, doch in den letzten Jahren haben sich die nachfolgenden Ausprägungen herauskristallisiert – so mancher Typedesigner hofft aber immer noch auf eine überzeugendere Lösung (s. Kontroverse ☟).

versaleszett_formen
Vier Grundkonstruktionen des Versaleszetts: »Dresden« (1) und »Leipzig« (2) nach Andreas Stötzner, »Frankfurt« (3) und »Berlin« (4) nach Adam Twardoch. Mehr Beispiele auf typography.guru.

Mit Bedacht vorgehen sollte man in jedem Falle; Selbst für Muttersprachler wirkt ein Versaleszett häufig ungewohnt, zudem spottet die Gestaltung – vor allem auch in den Systemschriften – zum Teil jeder Beschreibung:

versaleszett_systemschriften
Das Versaleszett in Geneva, Baskerville SemiBold Italic und Baskerville Bold (macOS)

Verwechslungsgefahr

Das Eszett wird gern mit dem griechischen Buchstaben beta verwechselt oder auch – besonders im Versalsatz – mit dem B.

ß
Eszett
U+00df
ß
ß
β
beta
U+03B2
B
B
U+0062
⇧ + B
⇧ + B

Das große Eszett wird in seinen gängigen Formen gern mit dem B verwechselt.

Versal-Eszett
U+1E9E
B
B
U+0062
⇧ + B
⇧ + B

Wie kann ich das Zeichen eingeben?

Auf der Tastatur sucht man das Versaleszett vergeblich, es bleiben letztendlich nur die üblichen steinigen Wege zum Einfügen eines unzugänglichen Zeichens:

Copy / Paste

Am einfachsten:
kopieren und einfügen

Linux

Compose + S + S (nacheinander) oder
Umschalt + Alt Gr + S (gleichzeitig).

macOS

Mit ctrl + cmd + Leertaste den Dialog »Emoji und Symbole« einblenden, dann nach dem Unicode 1E9E suchen (und ihn fürs nächste Mal in den Favoriten speichern)

Oder man lädt und nutzt unseren Alfred Workflow.

MS Windows

Der Windows-Version entsprechend, muss man jeweils andere Tastenkombination tätigen.
Alt Gr + H
Alt Gr + Umschalt + ß
linkes Alt + 7 8 3 8 (Ziffernblock)

MS Word

Eingabe des Unicodes, anschließend alt- und c-Taste drücken
1 E 9 E + Alt + C

Welche Fonts enthalten das Zeichen?

In den letzten Jahren ist eine große Anzahl von Schriften mit Versal-Eszett entstanden. Einige vorzügliche Foundrys haben das Zeichen in ihren Standardzeichensatz übernommen, z.B.:

Auch bei MyFonts lassen sich gezielt Schriften suchen, die das Versal-Eszett enthalten. Aber Vorsicht: Hier variiert die Qualität sowohl von Schrift als auch Zeichen stark, zudem ist in den Fonts z.T. nur der Codepoint mit »SS« oder Platzhaltern belegt.

Kontroverse

Neben der Gretchenfrage, ob es eine Großbuchstabenvariante des ß überhaupt geben kann, erhitzen sich die Gemüter besonders an der Frage, ob das Zeichen die deutsche Orthographie nun vereinfacht oder verkompliziert. Die Schweiz wählte den umgekehrten Weg und schaffte das scharfe s komplett ab. Dort wird nun konsequent »ss« verwendet, was viele als bessere Lösung sehen, die auch international verständlicher wäre. Das Design des Zeichens ist ein weiterer Stein des Anstoßes, da es viele Typografen als nicht überzeugend empfinden (und seinen Seiten, die Kritikpunkte zu entkräften.

Und doch bleibt es ein sensibles Thema – nicht zuletzt deshalb, weil die Deutschen ihre ganz eigene Geschichte mit der Buchstabenkombination »SS« haben, wie auch Indra Kupferschmid zu bedenken gibt.

Für Schriftgestalter und -hersteller

Nach wie vor ist es üblich, aus einem ß im Versalsatz »SS« zu machen, und die meisten Programme tun dies automatisch. Was passiert aber mit Kapitälchen? Und wie sollte der OpenType-Featurecode aussehen?

eszett_smcp
Bei den Kapitälchen verhält es sich prinzipiell wie bei Versalien: (2) und (3) sind beide gültig, aber (2) sollte Standard sein. (4) ist falsch.
feature smcp{
sub germandbls by germandbls.smcp;
} smcp;

Ist ein Versaleszett im Font enthalten, sollte auch eine Kapitälchenvariante gezeichnet werden, die dann über c2sc aktiviert wird:

eszett_c2sc
(1) funktioniert wie der Versalsatz. Hat sich der Anwender bewusst für das Versaleszett entschieden, sollte es auch in den Kapitälchen erhalten bleiben (2).
feature c2sc{
sub uni1E9E by uni1E9E.c2sc;
} c2sc;

So sollten die Glyphen im Font aussehen:

versaleszett_glyphs

Zusätzlich sollte noch ein Duplikat von uni1E9E.c2sc angelegt werden (z.B.) mit dem Namen germandbls.smcp.ss01, so dass Anwender per Stylistic Set die Versaleszettform auch im gemischten Kapitälchensatz anschalten können:

feature ss01{
sub germandbls.smcp by germandbls.smcp.ss01;
} ss01;

Manche Designer möchten der Verwendung des »kleinen« ß im Versalsatz vorbeugen und tauschen es automatisch gegen das Versaleszett aus, z.B.:

feature calt{
sub @uppercaseLetters germandbls' @uppercaseLetters by uni1E9E;
} calt;

Kerning

Der »Kerningbedarf« des Zeichens ist recht übersichtlich. Da das Zeichen nicht am Wortanfang vorkommt, sondern nur im Versalsatz, muss es linksseitig nur mit anderen Großbuchstaben gekernt werden, wobei potentiell schwierige Kombinationen wie Tẞ, Vẞ, Wẞ gar nicht vorkommen können.

Ein Augenmerk haben sollte man eher auf die Kombinationen:

FUẞBALL
GROẞASPACH
REIẞVERSCHLUSS
GROẞYACHT
WEIẞWURST
STOẞTRUPP

und mögliche Interpunktion am Wortende:

ẞ“ ẞ« ẞ’ ẞ? …


Verwendete Schriften

Titelbild:
Harrison Serif (Jakob Runge & Lisa Fischbach, TypeMates)
Kapitälchen:
Mallory (Tobias Frere-Jones, Frere-Jones Type)
Rest:
Pangea (Christoph Koeberlin, noch unveröffentlicht)

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Alfred Workflow https://typefacts.com/blog/alfred-workflow blog/alfred-workflow Thu, 19 May 2016 10:00:00 +0000 Alfred 3 ist meiner Meinung nach ein sehr effektives Programm für macOS, das die Nutzung durch Schnellbefehle, Schlagwörter, Texterweiterungen und mehr verbessert. Eine der Kernfunktionen ist die Möglichkeit so genannte Workflows zu nutzen.

Vor zwei Jahren dachte ich, dass Workflows eine schöne Möglichkeit wären um leicht auf Sonderzeichen zugreifen zu können, die keine Tastenkombination besitzen. Mit der aktuellen Version und der Hilfe von Frank Rausch sind wir stolz Special Characters präsentieren zu dürfen. Ein Alfred Workflow um Sonderzeichen zu kopieren und in das aktive Programmfenster einzufügen.

Setup

Man benötigt Alfred 3 inklusive einer Powerpack Lizenz. Danach lädt man die aktuelle Workflow-Version von GitHub*, entpackt und installiert den Workflow während Alfred im Hintergrund läuft. Dann startet man Alfred und tippt im erscheinenden Fenster »tf« – das startet den Workflow. Anschließend zeigt sich eine Liste aller enthaltenen Sonderzeichen.

alfred-tf

Benutzung

Mit Hilfe von Schlagwörtern wie math, prime, quote, space, exclamation, …, tauchen nur die relevanten Sonderzeichen und deren Unicode-Werte auf. Man navigiert zur Glyphe, drückt Enter und im Handumdrehen erscheint das Zeichen im aktiven Programmfenster. Zusätzlich kann man alt drücken während man die Glyphe auswählt um den Hex-Unicode zu kopieren. Oder man drückt cmd und kopiert die HTML-Entity.

alfred-space

*Im ZIP-Archiv befindet sich auch der Quelltext.

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Die besten Fonts 2015 https://typefacts.com/blog/die-besten-fonts-2015 blog/die-besten-fonts-2015 Mon, 29 Feb 2016 08:00:00 +0000 bestfonts2015

Das neue Jahr ist schon ein paar Tage alt, aber ich will trotzdem nicht auf den bewährten Blick zurück verzichten. Auch dieses Jahr liegt der Fokus darauf, einen Überblick über alle beachtenswerten Schriften des Jahres zu geben, mit einigen Spotlights auf persönliche Favoriten.
Doch etwas ist neu: Ich habe die Liste diesmal nicht alleine erstellt, sondern mich weitgehend auf meine neuen Typefacts-Kollegen Norman und Sven verlassen, die diese Liste erst möglich gemacht haben. Insofern stellt sie auch einen Wendepunkt dar: Das Ende des alten Typefacts und der Beginn einer Kooperation, die der Website wieder neues Leben einhaucht. Ich bin gespannt!

acumin
Acumin · Robert Slimbach
alternategothic
Alternate Gothic · Mark van Bronkhorst, Alan Dague-Greene, David Sudweeks, Igino Marini, & Ben Kiel; Morris Fuller Benton, 1903
americane-bold
Americane · Hannes von Döhren
andradenew
Andrade New · Dino dos Santos
antenna-serif-light
Antenna Serif · Cyrus Highsmith
aureata-normal
Aureata · Ingo Preuss
autograf
Autograf · Måns Grebäck
balboa
Balboa Plus · Jim Parkinson
biryani
Biryani · Dan Reynolds & Mathieu Réguer
bestfonts2015_mallory

Mallory · Tobias Frere-Jones (Frere-Jones Type)

Mallory ist Tobias Frere-Jones’ erste kommerzielle Veröffentlichung als unabhängiger Schriftgestalter. Er kombinierte Ernsthaftigkeit mit Wärme, ja sogar einer gewissen Verspieltheit. Eine Besonderheit ist die für sehr kleine Größen optimierte MicroPlus-Variante.

blog-script
Blog Script · Carolina Marando & Ale Paul
brace
Brace · Göran Söderström
brenta
Brenta · Ludwig Übele
brim_face
Brim · Jamie Clarke
bruhnsans-light
Bruhn Sans · Peter Bruhn; Mastered · Rui Abreu & Göran Söderström
brush
ATF Brush · American Type Founders Collection; Robert E. Smith, 1942
buendia-bold
Buendia · César Puertas
buffalo
Buffalo · Donald Roos
camber-light
Camber · Eduardo Manso
bestfonts2015_trianon

Trianon · Loïc Sander (Production Type)

Mit der herrlichen Trianon transportiert Loïc Sander die Ideen von Firmin Didot ins 21. Jahrhundert. Vier optische Größen lassen ihre Eleganz auch in komplexen typografischen Anwendungen glänzen, und der Schriftgestalter freut sich über die Tools, die Loïc während des Designprozesses entwickelte.

campaign-grotesk-light
Campaign Grotesk · Mark Caneso
capri
Capri Pro · Felix Braden
carnas
Carnas · Dieter Hofrichter
cera-pro-thin
Cera · Jakob Runge
cerastencilpro-black
Cera Stencil · Jakob Runge
ceremony-black-g
Ceremony · Joost Grootens
clarendon-graphic
Clarendon Graphic · François Rappo
clone
Clone · Lasko Dzurovski
conto-light
Conto · Nils Thomsen
bestfonts2015_irrlicht

Irrlicht · Ari Hausel (Aarhaus)

Die außergewöhnliche Irrlicht ist Ari Hausels Interpretation der Judith-Type von Christian Heinrich Kleukens. Mit einem passenden »Lichte«-Stil hat er das Konzept noch weiter ausgebaut.

cowhand
Cowhand · Toshi Omagari
dia-light
Dia · Lauri Toikka & Florian Schick
double
Double · Alexandre Saumier Demers & Étienne Aubert Bonn
druktextwide-medium
Druk Text Wide · Berton Hasebe
ebony
Ebony · Veronika Burian, José Scaglione
echo
Echo · Ross Milne
ecra
Ecra · Dino dos Santos
enfantine-light
Enfantine · Jean-Baptiste Levée with Yohanna My Nguyen, Loïc Sander, Yoann Minet, Ben Kiel
essonnes
Essonnes · James Todd
bestfonts2015_ffreal

FF Real · Erik Spiekermann & Ralph du Carrois (FontFont)

Die FF Real ist eine der stärksten Neuerscheinungen des Jahres 2015. Die von Erik Spiekermann und Ralph du Carrois gestaltete Schrift orientiert sich an frühen statischen Grotesken und kombiniert diese mit dem typisch Spiekermann’schen Twist. Sie stellt eine zeitgemäße und sehr gut ausgebaute Vertreterin in diesem Bereich dar.

eurosoft-light
Eurosoft · Jérémie Hornus, Clara Jullien
ff-aad-black
FF Aad · Aad van Dommelen
fip
Fip · Rob Keller
frauen_script
Frauen · Lucas Sharp
fs_brabo-2
FS Brabo · Fernando Mello
fs-millbank
FS Millbank · Stuart de Rozario
gillsans-nova
Gill Sans Nova · George Ryan, Eric Gill
godfrey
Godfrey · Ludwig Übele
goodlifebrush
Goodlife Brush · Hannes von Döhren
bestfonts2015_hobeaux

Hobeaux · James Edmondson (OH NO Type)

Wie viel Liebe und Leben kann man in eine verschmähte Schrift stecken? James Edmondsons sorgfältige Interpretation des Klassikers von Morris Fuller Benton wird auch Dich überraschen: Du hasst Hobo? Du wirst Hobeaux lieben!

granvilleweb-bold
Granville · Jean-Baptiste Levée with help · Mathieu Réguer
gratitude-script
Gratitude Script · Kathy Milici & Ale Paul
gt-cinetype
GT Cinetype · Mauro Paolozzi & Rafael Koch
halifax-extralight
Halifax · Dieter Hofrichter
haptic-script
Haptic Script · Henning Skibbe
heimat-display
Heimat Display · Christoph Dunst
ines-book
Ines · Dino dos Santos
infini-gras
Infini · Sandrine Nugue
ingra-hair
Ingra · Ermin Međedović
bestfonts2015_contemporarysans

Contemporary Sans · Ludwig Übele (Ludwig Type)

Ludwig ist einer der begabtesten deutschen Schriftgestalter, und man hätte ebenso gut jede andere seiner letztjährigen Veröffentlichungen auswählen können. Wir haben uns für Contemporary Sans entschieden, die beweist, dass eine kontrastreiche Serifenlose nicht nach Modezeitschrift aussehen muss.

joanna-nova
Joanna Nova · Ben Jones, Eric Gill
josef-k
Josef K · Julia Sysmäläinen
jules
Jules · Dino dos Santos, Pedro Leal
kazimir-3
Kazimir · Ilya Ruderman, Yury Ostromentsky
komet-thin
Komet · Jan Fromm
krabbesholm-2
Krabbesholm · Radim Peško & Tomáš Celizna
laplace-mono-bold
Laplace Mono · Anton Koovit
lecolonel-2
Le Colonel · Sylvain Esposito
lichtspielhaus-slab
Lichtspielhaus Slab · Stefan Hübsch
bestfonts2015_ffhertz

FF Hertz · Jens Kutílek (FontFont)

Jens Kutíleks FF Hertz mit ihren quadratischen Formen zeigt Einflüsse von Hermann Zapfs Melior und seiner Mergenthaler Antiqua sowie alten deutschen Kartenmaterials. Die laufweitengleiche Gestaltung und ihr Zeichenumfang macht sie perfekt für anspruchsvolle typografische Arbeiten.

liebe-lotte
LiebeLotte · Ulrike Rausch
mangan-extrabold
Mangan · Dieter Hofrichter
martel-sans
Martel Sans · Dan Reynolds & Mathieu Réguer
media77-bold
Media77 · Team’77 · André Gürtler, Christian Mengelt & Erich Gschwind
menoe-grotesque
Menoe Grotesque · Adam Katyi
mina-chic
Mina Chic · Giuseppe Salerno & Paco González
model
Model · Maximiliano Sproviero
nbinternational
NB International · Stefan Gandl
neue-haas-unica
Neue Haas Unica · Toshi Omagari; ursprünglich · Team’77
bestfonts2015_nittimostro

Nitti Mostro · Pieter van Rosmalen (Bold Monday)

Nitti Mostro von Pieter van Rosmalen ist eine Ergänzung zur bereits gehuldigten Nitti Familie. Mit ihren 18 Stilen ist sie zweifellos ein Musterbeispiel dafür, wie eine chromatische Schrift im digitalen Zeitalter aussehen könnte. Unbedingt auf der aufregenden Microsite anspielen!

new-grotesk-square-one
New Grotesk Square One · Henrik Kubel
noe-text-book-italic-2
Noe Text · Lauri Toikka & Florian Schick
objektiv-light
Objektiv · Bruno Mello
obsidian
Obsidian · Andy Clymer
paintlay
Paintlay · Mika Melvas
pattern-2
Pattern · Eike Dingler
picaradual-2
Picara · Sandra Carrera
proza
Proza · Jasper de Waard
quercus
Quercus · František Štorm
sabre
Sabre · Gareth Hague
bestfonts2015_holliescript

Hollie Script · Felipe Calderón (Estudio Calderon)

Hollie Script und ihre Ornament-Variante stellen eine moderne Interpretation von Fensterschriftzügen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts dar. Ein reicher Zeichensatz mit Ligaturen und alternativen Glyphen lassen sie sehr abwechselungsreich erscheinen.

sanomatsans-light
Sanomat Sans · Vincent Chan and Christian Schwartz
scandia
Scandia · Eric Olson
scandia-line
Scandia Line · Eric Olson
silva-2
Silva · Daniel Sabino
suiss
Suisse Sign · Swiss Typefaces
telemaque-2
Telemaque FY · Jean-Baptiste Morizot
tesla-slab-2
Tesla Slab · Nikola Djurek
tremolo
Tremolo · Nikola Djurek
tripper
Tripper · Sami Kortemäki, Akiem Helmling & Bas Jacobs
unica77
Unica77 · Maurice Göldner, Christian Mengelt · Team’77
vito-2
Vito · Thomas Gabriel
vortice-concept
Vortice · Miguel Sousa
wand
Wand · Charles Gibbons
weissenhof-grotesk-2
Weissenhof Grotesk · Dirk Wachowiak & Stefanie Schwarz
wittingau
Wittingau · František Štorm
wurst
VLNL Wurst · Alexandre Saumier Demers
zahrah
Zahrah · Yoann Minet

Weitere Listen

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Die besten Fonts 2014 https://typefacts.com/blog/die-besten-fonts-2014 blog/die-besten-fonts-2014 Thu, 08 Jan 2015 08:00:00 +0000 bestfonts2014

Die Liste ist lang geworden. Zu lang? Ich hoffe nicht! Die Länge hat vor allem zwei Gründe: Zum einen habe ich mich entschlossen, neben den Schriftmustern für meine Spotlights auch für alle anderen Schriften eine einzeilige Probe zu erstellen (macht mehr Arbeit, aber auch mehr Spaß). Zum anderen haben einfach viele tolle Leute viele tolle Schriften gemacht – und die müssen gezeigt werden! Geändert hat sich die Präsentation, gleich geblieben ist mein Ansatz: Alles, was ich bemerkenswert fand, ist ohne besondere Reihenfolge in der Liste gelandet. Elf für mich persönlich besonders interessante Veröffentlichungen habe ich hervorgehoben. Was sind Deine Highlights?

velo-serif
Vēlo Serif · Christian Schwartz, Mitja Miklavčič & Ben Kiel
monster
Mønster · Sindre Bremnes
audimat-3000
Audimat 3000 · Jack Usine
ryman-eco
Ryman Eco · Dan Rhatigan & Gunnar Vilhjálmsson
patron
Patron · Timo Gaessner
carabelle
Carabelle · Michael Hochleitner
sutro-deluxe
Sutro Deluxe · Jim Parkinson
pepone
Pepone · František Štorm
bestfonts2014_domainesans

Domaine Sans · Kris Sowersby (KLIM)

Die passende Sans zu Kris Sowersbys extravaganter Domaine-Familie ist für mich die konsequenteste der vielen tollen High-Contrast-Serifenlosen der letzten Monate.

ecam
Ecam · Malou Verlomme & Mathieu Chévara
christel
Christel · Sascha Timplan
cortado-script
Cortado Script · Jesse Ragan & Ben Kiel
nomada
Nomada · Jordi Embodas
cooper-hewitt
Cooper Hewitt · Chester Jenkins
artz
Artz · Erik Spiekermann
gauthier-display
Gauthier Display · Jérémie Hornus & Julien Priez
bestfonts2014_brixsans

Brix Sans · Döhren & Livius Dietzel (HvD Fonts)

Hannes von Döhrens Brix Sans hat sich deutlich von ihrer großen Slab-Schwester als warme DIN mit unverkennbarer HvD-Handschrift emanzipiert.

big-caslon
Big Caslon · Matthew Carter
muriza
Muriza · Jürgen Schwarz & Jakob Runge
cargan
Cargan · Dieter Hofrichter
beausite
Beausite · Yassin Baggar
luxus-brut-sparkling
Luxus Brut Sparkling · Roland Hörmann
custer-re
Custer RE · David Berlow
quire-sans
Quire Sans · Jim Ford
bestfonts2014_sectra

GT Sectra · Marc Kappeler, Dominik Huber & Noël Leu (Grilli Type)

Lange bewundert im Magazin »Reportagen«, jetzt endlich in voller Pracht verfügbar: Die messerscharfe moderne Antiqua von Moiré aus Zürich.

surogat
Surogat · Nikola Djurek
vicomte
Vicomte · Joachim Vu
rowton-sans
Rowton Sans · Julien Priez, Hugo Dumont, Jérémie Hornus & Alisa Nowak
brandon-printed
Brandon Printed · Hannes von Döhren
selfie
Selfie · Maximiliano Sproviero
input
Input · David Jonathan Ross
heimat-didone
Heimat Didone · Christoph Dunst
bestfonts2014_skolarsans

Skolar Sans · David Březina, Sláva Jevčinová (Rosetta)

Die lange erwartete serifenlose Partnerin von David Březinas beliebter Skolar kommt in großzügigem Ausbau, der im Responsive Design keine Wünsche offen lässt.

essay-text
Essay Text · Ellmer Stefan
liebedoris
LiebeDoris · Ulrike Rausch
dokument
Dokument · Jim Rimmer
bowling-script
Bowling Script · Alejandro Paul
bonnie
Bonnie · Artur Schmal
stencil-gothic
Stencil Gothic · Johannes Lang & Ellmer Stefan
valter
Valter · Nikola Djurek
bestfonts2014_dalaprisma

Dala Prisma · Paul Barnes & Ben Kiel (Commercial Type)

Mit der irrwitzigen Dala Prisma hat Paul Barnes seiner Dala-Floda-Suite die Krone aufgesetzt. Begrenzt einsetzbar, unbegrenzt begeisternd.

ferry
Ferry · Erik Moberg
signo
Signo · Rui Abreu
eubie-script
Eubie Script · Dai Foldes
marigny
Marigny · Tal Leming
darby
Darby · Paul Barnes & Dan Milne
haltrix
Haltrix · Daniel Sabino
minotaur
Minotaur · Jean-Baptiste Levée
bestfonts2014_identitet

Identitet · Nikola Djurek (Typonine)

Nur begrenzt verwendbar, aber umso faszinierender: Nikola Djurek reflektiert die Kulturgeschichte des Balkans in einer Schriftsippe.

asm
ASM · Íñigo Jerez
triplicate
Triplicate · Matthew Butterick
parmigiano
Parmigiano · Riccardo Olocco & Jonathan Pierini
berlingske
Berlingske · Jonas Hecksher
riga
Riga · Ludwig Übele
source-serif
Source Serif · Frank Grießhammer
produkt
Produkt · Berton Hasebe & Christian Schwartz
bestfonts2014_neutral

Neutral · Kai Bernau (Typotheque)

Kai Bernaus KABK-Abschlussarbeit zur möglichen Neutralität einer Schrift war lange nur auf Anfrage erhältlich, bevor sie 2014 endlich bei Typotheque erschien.

kommissar
Kommissar · Vincent Chan & Christian Schwartz
lipa-agate
Lipa Agate · Ermin Međedović
burlingame
Burlingame · Carl Crossgrove
laski-slab
Laski Slab · Paula Mastrangelo & Ramiro Espinoza
wonderhand
Wonderhand · Martina Flor
inknut-antiqua
Inknut Antiqua · Claus Eggers Sørensen
lichtspiele
Lichtspiele · Stefan Hübsch
bestfonts2014_quarto

Quarto · Sara Soskolne & Jonathan Hoefler (H&Co)

Auf den Spuren Hendrik van den Keeres entwickelte Sara Soskolne eine wunderbar kompakte und zeitgemäße Antiqua für den eleganten Headline-Einsatz.

ahkio
Ahkio · Mika Melvas
love-script
Love Script · Neil Summerour
marr-sans
Marr Sans · Paul Barnes & Dave Foster
maelstrom
Maelstrom · Kris Sowersby
antithesis
Antithesis · Yanone
bauer-grotesk
Bauer Grotesk · Felix Bonge & Thomas Ackermann
spot-mono
Spot Mono · Schick Toikka
bestfonts2014_nittigrotesk

Nitti Grotesk · Pieter van Rosmalen (Bold Monday)

Pieter van Rosmalen hat den Charme der monospaced Nitti endlich in eine gut ausgebaute proportionale Variante übertragen.

roman-extended-fatface
Roman Extended Fatface · Jim Lyles
retiro
Retiro · Jean François Porchez
countach
Countach · Superscript2 & Jean-Baptiste Levée
dream-script
Dream Script · Maximiliano Sproviero
colroy
Colroy · Marc Droz
bouquet
Bouquet · Dzianis Serabrakou
caponi
Caponi · Paul Barnes, Christian Schwartz & Miguel Reyes
bestfonts2014_franziska

FF Franziska · Jakob Runge (FontFont)

So liebevoll und detailverliebt, wie Jakob Runge seine Schrift gestaltet (und dokumentiert) hat, ist es nur konsequent, dass sie den Namen seiner Freundin erhielt.

diogenes
Diogenes · Ludwig Übele
stereotesque
Stereotesque · Sascha Timplan
courtesy-script
Courtesy Script · Alejandro Paul
breve
Abreve · Dino dos Santos
porta-news
Porta News · Nikola Djurek
proto-grotesk
Proto Grotesk · Jean-Baptiste Levée
torio
Torio · Dino dos Santos & Pedro Leal
bestfonts2014_donki

Donki · Gunnar Link

Gunnar Link läutete das Jahr fett und freundlich ein, mit Donkis überzeugender Mischung aus sanften und scharfen Formen. (Und pssst: In diesem Jahr wird es Zuwachs geben!)

sindelar
Sindelar · Stefan Willerstorfer
core-escher
Core Escher · Hyun-Seung Lee & Dae-Hoon Hahm
queue
Queue · Tal Leming
tick
Tick · Cyrus Highsmith
questa
The Questa Project · Martin Majoor & Jos Buivenga
woodkit
Woodkit · Ondrej Jób
orgon
Orgon · Dieter Hofrichter
blenny
Blenny · Spike Spondike
surveyor
Surveyor · Hoefler & Frere-Jones
pique
Pique · Nicole Dotin
big-moore
Big Moore · Matthew Carter
din-next-slab
DIN Next Slab · Akira Kobayashi, Tom Grace & Sandra Winter

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Die besten Fonts 2013 https://typefacts.com/blog/die-besten-fonts-2013 blog/die-besten-fonts-2013 Mon, 06 Jan 2014 10:00:00 +0000 bestfonts2013

Bei einer Bestenliste ist es wie bei einer Fußballmannschaft: Man sollte nicht die besten elf Spieler, sondern die beste Elf aufstellen; also die Spieler, die als Mannschaft am besten harmonieren. Auch bei meiner Liste der besten Schriften versuche ich eine gut ausgewogene, harmonische und doch abwechslungsreiche Übersicht zusammenzustellen. Und der Rest ist nicht unbedingt schlechter. Deshalb gibt es auch keine »Honorable Mentions« mehr, sondern eine große Liste mit einigen subjektiven Hervorhebungen. Viel Spaß!

Odesta von Ondrej Jób

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Selten ist es so einfach, einen von zehn Favoriten aus Hunderten neuer Schriften auszusuchen. Odesta war Liebe auf den ersten Blick – vielleicht, weil sie für die Liebe gestaltet wurde!

Balto von Tal Leming (Type Supply)

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Tal Lemings beeindruckende Interpretation des Amerikanischen Klassikers; entwaffnend offen und erhellend dokumentiert.

Bree Serif von Veronika Burian, José Scaglione (Type Together)

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Bree verzauberte uns, ein Vorab-Font von Bree Serif vertröstetete uns, und nun ist endlich die sympathische Bree-Superfamilie komplett.

NewParis von Swiss Typefaces

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Swiss Typefaces beglückt mit einer neuen Didot-Interpretation: Details zum Verlieben, drei optische Größen zum ernsthaften Arbeiten und eine Serifenlose zum Spielen.

Shameless von Neil Summerour (Positype)

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Wer mich kennt weiß, daß ich eine Schwäche für ausgefeilte Kalligrafie-Fonts habe, und Shameless’ Dynamik hat mich sofort gepackt.

FF Quixo von Frank Grießhammer (FontFont)

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Ein Augenzwinkern in eine Schrift einzubauen, ohne sie deshalb lächerlich oder unbrauchbar zu machen, das versuchen wenige, und das gelingt fast niemandem. Frank Grießhammer hat es während seines Studiums geschafft und die Schrift nun endlich fertiggestellt.

Circular von Laurenz Brunner (Lineto)

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Laurenz Brunner hat trotz einer wahren Flut von geometrischen Serifenlosen nach dem Helvetica-Genre nun auch das Futura-Genre um eine herausragende Interpretation bereichert.

Lava von Peter Biľak (Typotheque)

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Ursprünglich speziell für seine innovative Zeitschrift Works That Work gestaltet, macht Peter Biľak diese extrem gut (aus)gebaute holländische Schönheit nun jedem zugänglich.

Lalola von Laura Meseguer (Type-Ø-Tones)

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Wo andere eine Unmenge an Fettegraden, Glyphen und OpenType-Featurecodezeilen brauchen um eine Schrift lebendig werden zu lassen, reicht Laura Meseguer ein einziger schlanker Font.

Duplicate von Christian Schwartz, Miguel Reyes (Commercial Type)

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Nicht nur für den Antique-Olive-Liebhaber ein wahrer Grund zur Freude: Endlich eine zeitgemäße Interpretation des Klassikers von Roger Excoffon, begleitet von zwei exquisiten Serifen-Partnern.


Außer Konkurrenz:

FF Mark von Hannes von Döhren, Christoph Koeberlin, FontFont Type Department (FontFont)

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Ob es eine der besten Schriften des Jahres ist, kann ich nicht beurteilen. Für mich ist meine erste Veröffentlichung jedoch eine ganz besondere.

Font Microsites 2013

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Ein großes Dankeschön

… wie immer allen Designern und Foundrys für die freundliche Unterstützung!

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Die besten Fonts 2012 https://typefacts.com/blog/die-besten-fonts-2012 blog/die-besten-fonts-2012 Mon, 07 Jan 2013 22:00:00 +0000 bestfonts2012

Jedes Jahr dasselbe: Eine Unmenge neuer Schriften, und keiner behält den Überblick! Na ja, fast keiner. Viel Spaß mit meiner kleinen Auswahl, wie immer garantiert unsortiert, subjektiv und unabhängig, und jetzt erstmalig zweisprachig und Retina-ready!

Marian · Paul Barnes (Commercial Type)

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Skelett der Schriftgeschichte

Eine Schrift so auf ihr Skelett zu reduzieren, daß nicht nur ihren Linien, sondern auch ihrem Charakter treu geblieben wird, ist eine sehr schwierige Sache. Eine Schrift war Paul Barnes allerdings zu wenig, und so hat er sich gleich die halbe Schriftgeschichte vorgenommen und Skelette der Typen von Austin, Baskerville, Bodoni, Fournier, Fleischmann, Garamont, Granjon & Kiš erstellt, selbstverständlich inklusive aller histrorischen Ligaturen, Alternativzeichen und co. Und wem das nicht reicht, der bekommt noch eine Textur von Hendrik van den Keere als Hairline dazu!

FF Tisa Sans · Mitja Miklavčič (FontFont)

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Nadellose Eibe

Mitja Miklavčič hat mit seiner FF Tisa (Slovenisch für »Eibe«) eine der interessantesten Serifenschriften der letzten Jahre gestaltet, und die passende Serifenlose wurde mit Spannung erwartet. Mitja ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und nahm sich genug Zeit, um eine eigenständige Partnerin zu entwickeln. Die Betonung liegt auf eigenständig, denn anders als viele Sans-Pendants weiß Tisa Sans durch ihre freundliche, rundliche Formensprache auch (und gerade) alleine zu betören, so auch in den Überschriften auf dieser Website.

Euclid · Emmanuel Rey (Swiss Typefaces)

bestfonts2012_euclid

Geometrie jetzt

Euclid ist kein bloßes Revival einer geometrischen Sans aus dem 20. Jahrhundert, sondern eine echtes Kind des noch jungen Jahrtausends. So ließ sich Emmanuel Rey für den üppig ausgestatteten OpenType-Font (neben unzähligen Ligaturen und Alternativzeichen finden sich auch Mediävalziffern und Unicase-Zeichen!) nicht nur eindimensional inspirieren; Einflüsse kommen aus historischen Inschriften genauso wie aus zeitgenössischen Graffiti-Tags.
Und im nächsten Jahr folgen neue Fettegrade, exklusiv hier vorab zu besichtigen!

The Harriet Series · Jackson Cavanaugh (Okay Type)

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Server-crashing serifs

Als Jackson Cavanaugh Anfang des Jahres seine neue Schriftfamilie mit einer eigenen Microsite veröffentlichte, dauerte es nicht lange und der Server ging ob des großen Andrangs in die Knie! Und warum das so war, wird nach einem Klick schnell klar: Nicht nur die Microsite, sondern vor allem die darauf perfekt in Szene gesetzte Schrift weiß auf Anhieb zu begeistern: Einflüsse von Baskerville über die Scotch Roman bis hin zu den »modernen« anglo-amerikanischen Spitzfeder-Schriften des frühen 20. Jahrhunderts sind zu spüren, ohne jedoch den eigenen Charakter aus den Augen zu verlieren. Ein breites Spektrum an Strichstärken steht zur Verfügung, sowohl für den Display-Einsatz als auch mit reduziertem Kontrast für den Mengentext.

OurType Stencils · Fred Smeijers, Maurice Göldner, Pierre Pané-Farré & Thomas Thiemich (OurType)

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Not your usual stencil

Wer bei Schablonenschriften nur an die blockigen Lettern auf Holzkisten, Containern oder Pappkartons dachte, wurde spätestens 2010 von Paul Barnes eines Besseren belehrt. Nun nahm sich Fred Smeijers endlich einem seiner liebsten Themen an und hat zusammen mit den OurType-Designern Maurice Göldner, Pierre Pané-Farré & Thomas Thiemich eine ganze Serie unterschiedlichster Schablonenschriften veröffentlicht, eine aufregender als die andere.

JAF Bernini Sans · Tim Ahrens (Just Another Foundry)

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Aufregend unaufgeregt

Es gibt introvertierte und extravertierte Schriften. Letztere sind diejenigen, die man entweder sofort liebt oder eben haßt, weil sie mit ihren Besonderheiten nicht hinter dem Berg halten. Die introvertierten Schriften sind jene, die gerne auf den ersten Blick übersehen werden, weil sie so unscheinbar wirken, aber je näher man sich mit ihnen beschäftigt, desto faszinierender werden sie. So wie Bernini Sans von Tim Ahrens, bestehend aus der eher maskulinen Bernino Sans (oberer Teil des Schriftmusters) und der feminineren Bernina Sans (unterer Teil) . Im Interview/Portrait auf myfonts.de kommt man langsam, aber sicher zur Erkenntnis, daß Tim das spannende Feld der »pseudo-dynamischen« Serifenlosen à la Frutiger trefflich analysiert und um eine Schriftfamilie ergänzt hat, die schlicht und einfach als ultimativ bezeichnet werden muß.

Thema · Nikola Djurek (Typonine)

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Lückenlose Eleganz

Bereits 2008 veröffentlichte Nikola Djurek Typonine Stencil, deren Kombination aus elegantem holländischem Duktus zusammen mit dem für das Genre ungewöhnlichen Schabloneneffekt für Aufsehen sorgte. Und es konnte im Grunde nur eine Frage der Zeit sein, wann er buchstäblich die Lücken schließen und die eleganten Formen ohne die Stege veröffentlichen würde. Das Warten hat nun erstens ein Ende und sich zweitens gelohnt, denn eine derart schnörkellose, anmutige Breitfederschrift hat man bisher selten gesehen!

Rollerscript · Nick Cooke (G-Type)

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Digitaler Tintenroller

Wer mich kennt, weiß, daß ich eine Schwäche für gut gemachte Handschriftenfonts habe, und wer die typografische Realität kennt, weiß, daß es immer noch viel zu wenige gibt. Nick Cooke hat dem Genre mit Olicana bereits einen eleganten Beitrag hinzugefügt und legt jetzt mit Rollerscript lässig nach. Wie der Name schon sagt, basiert die Schrift auf dem schwungvoll geschriebenen Rollerball Pen (»Tintenroller«), und neben ihrem dynamischen Duktus ist es vor allem die smarte OpenType-Technik, die sowohl in der Smooth- als auch in der Rough-Variante durch automatisch integrierte Alternativzeichen und Ligaturen für ein natürliches und lebendiges Schriftbild sorgt.

Trivia · František Štorm (Štormtype)

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Kleines Einmaleins im großen Stil

Neben der Schriftgestaltung scheint František Štorms große Stärke im Understatement zu liegen, denn er verleiht dieser gigantischen Schriftsippe das Prädikat »trivial« und möchte eigentlich nur die drei Ausprägungen einer Schrift verdeutlichen: Sans, Serif und Slab. Das Ergebnis ist jedoch eine (im wahrsten Sinne) Superfamilie, die ihresgleichen sucht: Hier trifft klassizistische Antiqua nicht nur auf Serifenlose und Serifenbetonte, sondern gleich auch noch auf Amerikanische Grotesk. Dazu gibt es noch eine kontrastärmere Variante für den Mengensatz und neben unzähligen OpenType-Features auch Kyrillisch und Griechisch in allen 94 (!) Schriftschnitten. Ganz trivial eben.

Fort ·Jeremy Mickel (Village/MCKL)

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Freundliche Neutralität

Wer wie Jeremy Mickel gleichzeitig Grafikdesigner und Schriftgestalter ist, hat den Vorteil, sich seine passende Schrift einfach selbst gestalten zu können. Im Falle von Fort könnte das Problem gewesen sein, daß Gotham zu rund war und DIN zu streng. Ergebnis: Eine zeitgemäße Grotesk mit leicht gespannten Rundungen; neutral genug, um sich zurückzunehmen wo es nötig ist, gleichzeitig aber mit der gewissen Wärme und Freundlichkeit ausgestattet, um nicht zu unpersönlich rüberzukommen.

Honorable Mentions

Andere Best-of-Listen

Ein großes Dankeschön

… wie immer allen Designern und Foundrys für die freundliche Unterstützung!

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Die besten Fonts 2011 https://typefacts.com/blog/die-besten-fonts-2011 blog/die-besten-fonts-2011 Tue, 03 Jan 2012 09:00:00 +0000 bestfonts2011

Neues Jahr – neue Schriften. Und zuletzt hieß das auch: Neues Jahr – immer mehr Schriften! Umso wichtiger, einen unabhängigen Überblick über die besten unter den vielen zu bekommen, und Typefacts leistet dies gewohnt leidenschaftlich, unsortiert und garantiert streng subjektiv.
Viel Spaß also mit der Ur-Helvetica, der Schrift mit den 28 A-Varianten, der Schrift, die unter zwei Namen veröffenticht wurde und sieben weiteren …

Genath · François Rappo (Optimo)

In einem ertragreichen Jahr wie 2011 ist es oft ein Foto-Finish, welche Schrift in meine Bestenliste rutscht und welche dafür draußen bleiben muss. Allerdings gibt es auch Schriften, bei denen überhaupt kein Zweifel besteht, und so eine ist Genath.
Schon seit 2007 hat François Rappo sie in verschiedenen Vorab-Versionen zum Einsatz gebracht, und wer die Documents-Buchserie von JRP|Ringier gesehen hat, weiß, dass es nichts weiter braucht als diese Schrift in großen schwarzen Lettern auf weißem Grund, um in Verzückung zu geraten. Genath ist eine lose Interpretation einer Type von Johann Wilhelm Haas für die Basler Genath-Gießerei. Den barocken Geist des 18. Jahrhunderts hat sie ebenso wie die Schriften ihres berühmten Zeitgenossen Fleischmann in Nürnberg eingeatmet. Schmal gehalten mit verspielten Details bewegt sie sich im Dunstkreis der Fleischmann-Interpretationen; Was jedoch den entscheidenden Unterschied ausmacht, ist der konsequent vergrößerte Kontrast, der im Zusammenspiel mit dem Detailreichtum andere barocke Typen plump und klassizistische Schriften tiefgekühlt wirken lässt.

bestfonts2011_genath

Realist · Martin Wenzel (MartinPlusFonts)

Wer (wie ich) Martin Wenzels unterschätzte FF Profile liebt, aber merkt, daß ihre Anmutung für manche Anwendungen zu organisch und warm ist, wird (wie ich) hellauf begeistert sein, nun ihre seriösere Schwester kennenzulernen. Mehr dazu von mir auf Typographica!

bestfonts2011_realist

Bookmania · (Mark Simonson Studio)

Es gibt nicht wenige, die auf ein Revival einer Schrift verzichten könnten, die schon immer »hässlich und unnötig« (E. Spiekermann) war. Auch ich gehörte dazu, bis mich Mark Simonson eines Besseren belehrte: Seine Liebeserklärung an Ed Benguiats stilprägende Fotosatz-Bookman der 60er Jahre ist derart konsequent maßlos geraten (alleine 28 [!] A-Varianten, erstmalig Kapitälchen und Mediävalziffern etc pp), daß Glyphpaletten-Spielkinder ihre helle Freude haben und die Nase nur noch über phantasielose Verwendung rümpfen.

bestfonts2011_bookmania

Nouvelle Vague · Elena Albertoni (Anatoletype)

Im Gegensatz zu Bookmania kommen Glyphpaletten-Spielkinder bei Nouvelle Vague nicht auf ihre Kosten. Müssen sie aber auch nicht! Elena Albertonis Ansatz war ein ganz anderer: Als Bewundererin von Excoffons Mistral, die schon so lange auch ohne komplexe OpenType-Features funktioniert, verneigt sie sich vor dieser und tut es ihr gleich, indem sie nur für wenige unvorteilhafte Kombinationen lindernde Ligaturen bereithält. So wird aus französischen Wurzeln und italienischer Feder auf deutschem Boden eine funktionierende paneuropäische Schreibschrift.

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FF Ernestine · Nina Stössinger (FontFont)

Die sympathische Deutsch-Schweizerin Nina Stössinger hat bei ihrem drei Jahre währenden Erstlingswerk die Typografie-Community von Anfang an am Entstehungsprozess teilhaben lassen, und so war die Freude über das Erscheinen nicht nur bei ihr selbst sehr groß. Richtig, auch bei mir! Die größte Leistung ist eigentlich, daß es Nina geschafft hat, mir das Benguiat-g schmackhaft zu machen … Den Weg geebnet hat allerdings der sehr harmonische Rest, der meiner Begeisterung für Serifenbetonte mit Tropfenserifen (Bodoni Egyptian!) neue Nahrung gab. Nina hat extrem detailverliebt gearbeitet, der Verlockung zu vieler Tropfen widerstanden, der Schrift Kapitälchen und sogar die kleineren Petite Caps spendiert, sie hat gekernt, bis die Police kam und mit Hrant Papazian wunderbare armenische Zeichen integriert. Und am wichtigsten: Man sieht ihrem »Ernestinchen« nicht an, welcher Musik sie ausgesetzt war!

bestfonts2011_ernestine

Salvo Sans & Salvo Serif · Cyrus Highsmith (FontBureau)

Immer wenn man denkt, dem Thema Serifenlose gäbe es nichts mehr hinzuzufügen, kommt Cyrus Highsmith und verzückt einen doch wieder mit seiner Handschrift. Ähnlich wie mit Stainless oder Dispatch ist es ihm wieder gelungen, eine riesig ausgebaute Schriftsippe zu gestalten, für die man als Klassifikation nur »Highsmith« angeben könnte: Warm, freundlich, eindeutig amerikanisch und mit großem Wiedererkennungswert. Der Design Director der Zeitschrift, für die Salvo ursprünglich gestaltet wurde, hat es so umschrieben: Auch wenn es normalerweise die richtigen Worte sind, die die Menschen anlocken, ist es hier die Schrift, die dies auf einer unterbewußten Ebene erledigt. Und was kann man von einer Schrift (die alle anderen Qualitäten ohnehin mitbringt) mehr verlangen?

bestfonts2011_salvo

Neue Haas Grotesk · Max Miedinger / Christian Schwartz (Linotype)

Was ist besser als Helvetica? Helvetica! Beim Redesign des Guardian 2004 hatte Christian Schwartz die Idee, Helvetica endlich so zu digitalisieren, wie sie aussah, als Max Miedinger sie als »Neue Haas Grotesk« 1957–1961 entwarf und die Typografie prägte wie kaum eine andere Schrift. Jahrelang nur »auf Anfrage« auf Schwartz’ Website erhältlich, ist sie nun endlich für jedermann zu haben.

bestfonts2011_neuehaasgrotesk

FS Pimlico · Fernando Mello (Fontsmith)

Ich habe mich schon oft gefragt, warum es so wenig freundliche, abgerundete Schriften gibt. Wenn ich etwas in der Richtung suche, falle ich immer wieder auf Cronos oder FF Strada zurück. Und jetzt Pimlico! Ich weiß nicht, ob es daran liegt, daß Fernando Mello mit der »Black« angefangen oder ob mich seine Herleitung über den 70er-Jahre-Funk unterschwellig angesprochen hat. Ich weiß nur, daß mich diese Schrift auf verschiedene Arten fasziniert. Fett mit Swashes eindeutig auf Retro-Kurs und in den Textgraden so weich und seriös, daß ich den Jahresbericht eines Windelherstellers damit gestalten möchte … Aber machen wir uns nichts vor, das Ausschlaggebende ist der Glow-Schnitt – wer kann da noch widerstehen!

bestfonts2011_pimlico

Aisha · Titus Nemeth (Rosetta)

Aisha ist eine der wenigen Schriften, bei denen das Arabische vor dem Lateinischen entwickelt wurde, und doch hat ihr Designer Titus Nemeth ihr auch einiges aus dem Okzident mitgegeben. Dementsprechend bringt sie aus beiden Kulturen das beste mit und fühlt sich sowohl in Marrakesch als auch in Paris zuhause. Ihr freundlicher Charakter kommt überall unverfälscht rüber und läßt sie auch abseits interkulturellen Kontextes bestehen, was sowohl TDC als auch Creative Review bereits honorierten.

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Rabenau · Axel Bertram / Andreas Frohloff (Linotype)

Gut Ding will Weile haben! Wer sich bei Erscheinen von Axel Bertrams wohltemperierten Alphabet in die dort verwendete Type verliebt hatte, musste sich noch einige Jahre gedulden, ehe er sie selbst kaufen konnte. Sie hatte es aber auch nicht leicht: Zwei Perfektionisten (Axel Bertram und Andreas Frohloff) feilten über Jahre an ihren Kurven, bis sie Anfang des Jahres zunächst als »Lucinde« erschien und aufgrund der Nähe zu »Lucida« in »Rabenau« umgetauft wurde. Gottseidank änderte sich nur der Name: Die umfangreiche Antiqua bleibt getreu ihres ursprünglichen Namens selbstbewußt und feminin im Geiste der Aufklärung.

bestfonts2011_rabenau

Special Guest: Photo-Lettering · Diverse (House Industries)

Was tun mit all den alten Photo-Lettering-Fotosatzschriften, die nur für Logos oder Überschriften taugen und als Einzelfonts wahrscheinlich nicht sonderlich erfolgreich wären? Ganz einfach: Man läßt sie von einigen der begabtesten Schriftgestaltern digitalisieren und entwickelt ein geniales Geschäftsmodell: Statt einen Font zu kaufen, setzt man online Logo oder Headline und kann diese für wenig Geld als Vektordatei downloaden.

bestfonts2011_photolettering

Honorable Mentions

Es gab wirklich viele tolle Schriften dieses Jahr! Und da meine Bestenliste getreu der alten Fußball-Weisheit nicht die elf Besten repräsentiert, sondern die beste Elf, gibt es hier der Vollständigkeit halber noch einige weitere Schriften, die genauso spannend sind:

Mehr Listen

Da meine Liste so subjektiv ist, hier auch noch die anderen Best-of-Listen:

Ein großes Dankeschön

… wie immer allen Designern und Foundrys für das freundliche Zurverfügungstellen der Fonts! In allen Fällen hatte ich es mit sehr netten und hilfsbereiten Ansprechpartnern zu tun, die mir schnell und unkompliziert aushalfen und diese Liste samt Beispielen ermöglichten.

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Der typografische Kanon https://typefacts.com/blog/der-typografische-kanon blog/der-typografische-kanon Tue, 30 Aug 2011 07:00:00 +0000 Als »Kanon der Literatur« wird vor allem in der Philologie traditionell eine Zusammenstellung von Büchern bezeichnet, deren Kenntnis vorausgesetzt wird und die somit eine Wissensgrundlage bilden. Zuletzt war es Marcel Reich-Ranicki, der 2001 mit seinem Kanon lesenswerter deutschsprachiger Werke den Begriff des Kanons aus seiner Nische holte und ins Licht der Öffentlichkeit rückte.

Mir gefiel der Gedanke, den desorientierten (potentiellen) Leser an die Hand zu nehmen und ihm eine handliche Auswahl an Büchern ans Herz zu legen, deren Lektüre ein solides Fundament auf dem Feld der Typografie bildet. Doch geht das überhaupt?

Ja – aber nicht allein! Ich messe meiner eigenen Auswahl nicht so viel Bedeutung bei, um sie als allgemeingültig zu bezeichnen. Deshalb habe ich mir Verstärkung geholt und die Frage den Typografie-Experten des deutschsprachigen Raums vorgelegt – mit faszinierendem Ergebnis! Denn die einzelnen Listen könnten unterschiedlicher kaum sein. Jede für sich bietet einen ganz individuell geprägten Zugang zu den Kernbereichen der Typografie, und in ihrer Gesamtheit entfalten sie erst die Pracht eines wahren Kanons.

»Ich find’ Bücher albern … die man nicht mit in die Badewanne und an den Strand nehmen kann. Ich halte das Buch für das Medium der Zukunft.«

Ich habe nach der jeweils persönlichen Top-5-Liste gefragt; »Was mir am Herzen liegt, sind fünf Bücher, die einen möglichst breiten, fundierten Überblick vermitteln. Also sozusagen fünf Bücher, die alles beinhalten, was man wissen muss (so weit so etwas möglich ist).« und bewusst alles andere offen gelassen. Ich bedanke mich herzlich bei meiner Expertenrunde, deren Teilnahme den Kanon der Typografie erst möglich gemacht hat!

Der Typefacts-Kanon der Typografie

  • Bücher machen · Jost Hochuli
    Schrift gehört ins Buch, und was es mit dem Buch und der Schrift darin auf sich hat, erklärt Jost Hochuli auf höchst angenehme Weise.
  • Buchstaben kommen selten allein · Indra Kupferschmid
    Indra Kupferschmid gelingt ein Paradoxon: Eigentlich braucht man nach der Lektüre kein weiteres Typografie-Buch mehr zu lesen, man will es aber um so mehr.
  • Detailtypografie · Friedrich Forssman, Ralph de Jong
    Das Standard-Nachschlagewerk zur Typografie, monumental und praxisnah. Es gibt keine Frage, auf die man hier keine Antwort findet.
  • The Elements of Typographic Style · Robert Bringhurst
    Ein typografischer Rundumschlag im handlichen Format, von Makro bis Mikro, von damals bis heute, von der »uninspired pretzel« bis zur »overdressed printing hand«.
  • Typolemik / Typophilie · Hans Peter Willberg
    Mit seinen Schmähungen (Typolemik) und Liebeserklärungen (Typophilie) haucht Hans Peter Willberg der oft trocken daher kommenden Typografie Leben ein.

Der Kanon der Typografie, komplettiert durch …

Michael Bundscherer

Friedrich Forssman

Ivo Gabrowitsch

Florian Hardwig

Ralf Herrmann

Jost Hochuli

Indra Kupferschmid

Dan Reynolds

Jürgen Siebert

Erik Spiekermann

Roland Stieger

Martin Tiefenthaler

Paul Shaw

Ferdinand P. Ulrich

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Die besten Fonts 2010 https://typefacts.com/blog/die-besten-fonts-2010 blog/die-besten-fonts-2010 Tue, 04 Jan 2011 09:00:00 +0000 Da ist es also, das neue Jahr, und Typefacts möchte es sich nach einem erfolgreichen ersten Jahresrückblick nicht nehmen lassen, auch diesmal wieder einen Blick zurück durch die Brille des Schriftverrückten zu werfen und die zehn besten Schriften des Jahres zu küren. Der eigentliche Star des abgelaufenen Jahres war zwar die sich immer mehr durchsetzende Webfont-Technologie, die endlich – wenn auch noch mit großen Qualitätsunterschieden – immer mehr typografische Vielfalt im WWW möglich macht (Deshalb auch eine kleine Anmerkung bei den als Webfont erhältlichen Schriften). Und doch gab es letztes Jahr [mein Redaktionsschluß war November] auch wieder jede Menge wunderschöner brandneuer Schriften, von denen ich hier eine ganz und gar subjektive (und möglichst abwechselungsreiche) Top Ten vorstellen möchte, und zwar ohne wertende Reihenfolge:

Eames Century Modern · Erik van Blokland & House Industries (House Industries)

Bereits bei Veröffentlichung der beeindruckenden Schriftfamilie im März »twitterte« ich: »Die beste Clarendon kommt von Erik van Blokland«, und das war kein bisschen voreilig. Der Noordzij-Schüler und KABK-Professor hat eine Schrift geschaffen, die ihre Wurzeln bei den »modernen« amerikanischen Schriften des späten 19. Jahrhunderts hat, dabei aber sehr zeitgemäß und sympathisch-holländisch rüberkommt. Wer schon immer eine Clarendon mit Italics, Mediävalziffern, Kapitälchen, unzähligen Schnitten etc. pp. gesucht hat, kann endlich aufatmen – und alle anderen auch! Ein moderner Klassiker.

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FF DIN Round · Albert-Jan Pool (FontFont)

Dass Schriftgestaltung grundsätzlich unterschätzt wird, ist allgemein bekannt; Dass sie jedoch auch zur Wissenschaft werden kann, vermutlich weniger. Andere lassen per automatisiertem Skript die Ecken ihrer Schriften abrunden, nicht so Albert-Jan Pool. Er übersetzt die Grundidee der Ingenieursschrift mit einer unglaublichen Akribie ins typografische Detail und überläßt weder die Klothoide den Ingenieuren noch eine einzigen Anfasser dem Zufall. Eine beeindruckende Geschichte, die eine Antwort auf die oft gehörte Frage gibt, warum Schriften Geld kosten.

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Business Penmanship · Ale Paul (Sudtipos)

Meine Schwäche für die Spitzfeder habe ich schon letztes Jahr kundgetan. Um so erfreuter nahm ich also das Projekt von »Mister Schreibschrift« Ale Paul zur Kenntnis, der der Roundhand den Kontrast nahm, ohne bei der Schulschrift zu landen, sondern bei der immer noch verblüffend eleganten Business Penmanship. Unzählige Akzentbuchstaben, Schnörkel, Alternativzeichen und Ligaturen erfreuen die Glyphpaletten-Spielkinder von Anchorage bis Tallinn.

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Publico · Paul Barnes, Christian Schwartz, Kai Bernau & Ross Milne (Commercial Type)

Eine Schrift, die ursprünglich nach dem legendären Club Haçienda in Manchester benannt werden sollte, kann ja schon mal so schlecht nicht sein. Eigentlich eines der bemerkenswerten Abfallprodukte des Guardian-Großprojekts von Christian Schwartz und Paul Barnes, ist die in drei optischen Größen angelegte Publico bei der gleichnamigen portugiesischen Zeitung untergekommen und glücklicherweise auch für den Rest der Welt verfügbar. Wo Eames Century Modern einer amerikanischen Schrift einen holländischen Akzent gibt, wird hier einem holländischen Ansatz amerikanischer Geist eingehaucht.

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Friska · Sascha Timplan (Stereotypes)

Zugegeben, die Anwendungsmöglichkeiten mögen begrenzt sein – Dem Charme von Friska bin ich trotzdem erlegen. Sascha Timplan hat sich von alten Filmtiteln inspirieren lassen, als er seine schnörkelige, zeitgemäße Jugendstilschrift Friska gestaltete. Die ist erstens sehr schön geworden und zweitens mit Multilingualität und zahlreichen konsequent auf den Display-Einsatz ausgerichteten typografischen Finessen gesegnet. Und weil Sascha auch noch so ein netter Kerl ist, empfehle ich sie doppelt gern.

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Sense & Sensibility · Nick Shinn (Shinntype)

Sans & Serif? Alter Hut. Serif & Script? Schon gesehen. Sans, Semiserif & Serif? Alles schon da gewesen! Zeit also für etwas Neues: Sans & Sans! Der unvergleichliche Nick Shinn macht es möglich – Zwei Serifenlose mit einigen gemeinsamen Parametern (Abmessungen, Strichstärke, Kontraste …) in zwei Ausprägungen: Die kühle Sense zieht es zu Futura, die warme Sensibility zu Syntax. Die erste zerstrittene Schriftsippe also; Zwei unversöhnliche Schwestern, jede für sich absolut unwiderstehlich!

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Herb · Tim Ahrens (Just Another Foundry)

Schriftgestalter lieben ihn wegen seiner essentiellen RMX-Tools und dem Just Another Test Text Generator, Webdesigner wegen des Facitizers und FontFonters (nun WebFonter). Die Rede ist von Tim Ahrens, der so ganz nebenbei auch noch Schriften macht; Und zuletzt hat er endlich seine Reading-Abschlußarbeit Herb vollendet, eine zeitgemäße Gebrochene, ganz ohne Kühle und Berührungsängste, dafür mit vielen schönen Extras wie Alternativen, Kapitälchen, Ornamenten und verschiedenen Ziffernsätzen.

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Charlie · Ross Milne (Typotheque)

Das Zeitalter fortgeschrittener digitaler Typografie und allseitiger Vernetzung bietet auch dem Schriftgestalter eine Vielzahl ungeahnter Möglichkeiten, die jedoch nicht allzu oft genutzt werden. Prallvolle, intelligente OpenType-Fonts mit ausgeklügelten Features erfreulicherweise immer öfter auf, aber KABK-Absolvent Ross Milne zeigt mit dem kongenialen Peter Biľak und seiner Typotheque, dass man durchaus auch andere Wege beschreiten kann. Und so stellen sie (der auch als »normale« Schrift schon sehr reizvollen) Charlie gleich noch einen Weight Calculator zur Seite, der es intuitiv ermöglicht, die einzelnen Fonts in verschiedenen Punktgrößen mit identischer Strichstärke zu setzen.

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Williams Caslon · William Berkson (The Font Bureau)

Ähnlich wie Albert-Jan Pool nahm sich auch William Berkson nicht nur sehr viel Zeit für die Schrift an sich, sondern auch für die Dokumentation des spannenden Entstehungsprozesses. Er zeigt, dass die Geschichte der Caslon noch lange nicht zu Ende erzählt ist und ein Revival nach heutigen Gesichtspunkten viele Mißverständnisse, Versäumnisse und Limitationen früherer Digitalisierungen vergessen machen kann. Als klassischer Vierschnitter (mit Kapitälchen, verschiedenen Ziffernsätzen etc.) zielt sie klar auf den Mengensatz ab, Alternativen und Schwungschrift laden gleichzeitig aber auch zum Schaugrößeneinsatz ein.

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FF Amman & FF Amman Sans · Yanone (FontFont)

Yanones Diplomarbeit (die offizielle Schrift für Jordaniens Hauptstadt Amman) hat eigentlich nur einen Nachteil: Bei allen beeindruckenden Innovationen (Erste echte arabische Kursive, erstmalig eigens gezeichnete kleine indische Ziffern samt fraction-Feature etc pp) vergißt man leicht, dass die riesige Schriftsippe auch ohne jeden arabischen Kontext wunderbar funktioniert. Eine wahnsinnig gut ausgebaute Superfamilie mit enormer Wärme und einem Charakter, der den derzeit omnipräsenten Trend zur typografischen Kühle hoffentlich bald überwinden kann. (Film ab!)

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Mehr Listen

Da meine Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben kann, hier nochmal die anderen Best-of-Listen:

Ein großes Dankeschön

… allen Designern und Foundrys für das freundliche Zurverfügungstellen der Fonts! In allen Fällen hatte ich es mit sehr netten und hilfsbereiten Ansprechpartnern zu tun, die mir schnell und unkompliziert aushalfen.

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