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Vier Typo-Sünden

Der richtige Umgang mit Schrift ist manchmal schwieriger – und schwieriger zu erklären – als gedacht. Schon ein unbedachter Klick auf einen Button, der in einem Fall unproblematisch ist, kann mit einer anderen Schrift katastrophal enden …
Deshalb hier vier der häufigsten »Typo-Sünden« – Dinge, die man Buchstaben und seinem Leser nicht antun sollte.

  1. Bitte die echte fette Variante einer Schrift nutzen statt einer künstlichen Fetten!
    Den Bold-Knopf mit Bedacht drücken.

    Die fette Variante einer Schrift ist mehr als einfach eine Linie darumzuziehen. Die hier gezeigte Schrift lebt vom deutlichen Kontrast – dem Unterschied zwischen dicken und dünnen Strichen. Dieser Kontrast geht flöten, sobald künstlich verfettet wird. Mit der Lupenfunktion (oben links) noch besser sichtbar. [Schrift: Filosofia]

  2. Bitte echte Kursive nutzen statt einer künstlich Schräggestellten!
    Genau: Auch den Knopf mit dem »i« mit Bedacht drücken.

    Auch eine Kursive ist nicht einfach dieselbe Schrift mit einem anderen Neigungswinkel. Oft hat eine echte Kursive einen völlig eigenständigen Charakter – und muß nicht einmal geneigt sein (z.B. FF Seria).
    Besonders deutlich sind im gezeigten Beispiel die Unterschiede an a, f und g zu sehen. [Schrift: Dederon Serif]

  3. Ob höher, niedriger, schmaler oder breiter: Bitte keine Schrift verzerren!

    Um visuell gleich fett zu wirken, müssen horizontale Striche etwas dünner sein als vertikale; Beim Verzerren gehen diese wichtigen Feinheiten verloren.
    Im obigen Beispiel wurde die Schrift schmaler gedrückt, wodurch die Horizontalen viel zu fett wirken – am deutlichsten zu sehen im »H«. (Auch hier ist die Lupe links oben besonders hilfreich) [Schrift: Knockout]

  4. Bitte echte Kapitälchen nutzen statt verkleinerter Versalien!
    Die »Kapitälchen«-Option ist sogar in professionellen Programmen wie Adobe InDesign eine echte Falle; Erst sicherstellen, daß der Font echte Kapitälchen beinhaltet! In Word u.Ä.: Generell Finger weg!

    Kapitälchen kann man als Großbuchstaben in Kleinbuchstabenhöhe beschreiben – was nicht heißt, daß es reicht, die Versalien einfach zu verkleinern. Im Beispiel ist gut zu sehen, daß sie dann zu schmal und vor allem zu dünn wirken. Echte Kapitälchen werden vom Schriftgestalter perfekt an den Grauwert der Schrift angepaßt, so daß sie im Text nicht hervorstechen. [Schrift: Fresco]

Kommentare (4) [abonnieren]

  1. 2 | verena | 15.02.2010 10:28

    Beim Verzerren der Schriften kann man meiner Meinung nach durchaus Ausnahmen machen:
    Schriften, die eh schon kontrastreich sind. Vor allem einige Serifenschriften lassen sich gut manipulieren.
    Man muss an das Ganze einfach sehr umsichtig herangehen. Letztlich entscheidet ja das »Auge«.

  2. 3 | Sebastian | 15.02.2010 13:26

    Gut zu wissen!

    Eventuell hättest du auch auf die Option des Skalierens (Ps) eingehen können.

  3. 5 | Christoph | 17.02.2010 10:14

    Verena und Sebastian,
    Ihr habt natürlich beide recht; Erstens gäbe es noch ein paar mehr erwähnenswerte Sachen und zweitens auch hier und da ein mögliches Aber.
    Ich wollte es einfach auf das Nötigste reduzieren und übersichtlich und verständlich halten.
    Viele Grüße,
    Christoph

  4. 6 | Roland | 12.03.2010 21:18

    Hallo! Weil mir Dein Blog so gut gefällt, habe ich dich hier für einen Award nominiert. Würde mich freuen wenn du mitmachst.

    http://superheld.com/index.php/2010/03/es-geht-weiter/

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  1. ► Was ist ein Schusterjunge? | 19.04.2011 20:21

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