Binde- und Gedanken­strich

Ein kleiner Unterschied mit großer Wirkung – und häufig falsch gemacht. Die beiden Geschwister Bindestrich »-« und Gedankenstrich »« unterscheidet meistens nur ihre Länge, und dennoch ist es alles andere als egal, welchen der beiden man verwendet.

Bindestrich

Bindestrich (Viertelgeviertstrich)
U+2010
-
-
Gedankenstrich (Halbgeviertstrich)
U+2013
⌥ + -
Alt + 0150
Spiegelstrich (Geviertstrich)
U+2014
⇧ + ⌥ + -
Alt + 0151
Subtraktionszeichen (Minus)
U+2212

Er war einst die dünnste Linie, die die Breitfeder hergab und demnach ursprünglich in einem Winkel von 20–45° nach oben gerichtet (Daher kommt auch die alte Unart des Verdoppelns, um ihn vom Komma zu unterscheiden). Heute kennen wir ihn meist als kurze, waagerechte Linie; in Serifenschriften teilweise auch mit kleinen angedeuteten Endstrichen. Im Gegensatz zur Bedeutung seines Fachbegriffs »divis« (von lat. dividere – teilen) soll er die Zusammengehörigkeit von Wortteilen und zusammengesetzten Begriffen stärken.

Gedankenstrich (Halbgeviertstrich)

Bindestrich (Viertelgeviertstrich)
U+2010
-
-
Gedankenstrich (Halbgeviertstrich)
U+2013
⌥ + -
Alt + 0150
Spiegelstrich (Geviertstrich)
U+2014
⇧ + ⌥ + -
Alt + 0151
Subtraktionszeichen (Minus)
U+2212

Der Gedankenstrich (auch »Streckenstrich« oder »Halbgeviertstrich«) besteht auch in Serifenschriften meist aus einer schnörkellosen horizontalen Linie, die etwas länger ist als der Bindestrich. Er hat eher trennende Funktion und kann als Ersatz für das Minuszeichen (das nicht per Tastatur erreicht werden kann) benutzt werden.

Da er (zumindest auf Windows) schwieriger zu erreichen ist, wird fälschlicherweise schnell auf den Bindestrich zurückgegriffen. In Notfällen (Monospaced-Satz, SMS, E-Mails …) darf statt des Gedankenstrichs auch ein doppelter Bindestrich benutzt werden.

Spiegelstrich (Geviertstrich)

Bindestrich (Viertelgeviertstrich)
U+2010
-
-
Gedankenstrich (Halbgeviertstrich)
U+2013
⌥ + -
Alt + 0150
Spiegelstrich (Geviertstrich)
U+2014
⇧ + ⌥ + -
Alt + 0151
Subtraktionszeichen (Minus)
U+2212

Der längere Geviertstrich »«, auch als Spiegelstrich bekannt, kann meist – mit geringeren Abständen – alternativ zum Gedankenstrich benutzt werden. Indra Kupferschmidt schreibt ihm klassische literarische Wirkung zu, wohingegen ihn Robert Bringhurst als »zu lang für gute Typografie« bezeichnet.

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