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Die besten Fonts 2012

The best fonts of 2012

Die besten Schriften 2012

Jedes Jahr dasselbe: Eine Unmenge neuer Schriften, und keiner behält den Überblick! Na ja, fast keiner. Viel Spaß mit meiner kleinen Auswahl, wie immer garantiert unsortiert, subjektiv und unabhängig, und jetzt erstmalig bilingual und Retina-ready!

It’s the same every year: So many new fonts, and no one keeps track of them. Okay, nearly no one. Enjoy my little selection, unsorted, subjective and independent as always, bilingual (sort of) and Retina-ready for the first time!

 

Marian
Paul Barnes [Commercialtype]

Die besten Schriften 2012: Marian

Skelett der Schriftgeschichte

Eine Schrift so auf ihr Skelett zu reduzieren, daß nicht nur ihren Linien, sondern auch ihrem Charakter treu geblieben wird, ist eine sehr schwierige Sache. Eine Schrift war Paul Barnes allerdings zu wenig, und so hat er sich gleich die halbe Schriftgeschichte vorgenommen und Skelette der Typen von Austin, Baskerville, Bodoni, Fournier, Fleischmann, Garamont, Granjon & Kiš erstellt, selbstverständlich inklusive aller histrorischen Ligaturen, Alternativzeichen und co. Und wem das nicht reicht, der bekommt noch eine Textur von Hendrik van den Keere als Hairline dazu!

The skeleton of the history of type

Reducing a typeface to its skeleton, in a way that keeps both its shapes and its character, is a darn hard task. Yet one single typeface wasn’t enough for Paul Barnes who did so for half of the history of type, creating skeletons of the typefaces of Austin, Baskerville, Bodoni, Fournier, Fleischmann, Garamont, Granjon & Kiš. Of course none of the historic ligatures, alternates and swashes are missing, and if that still wasn’t amazing enough, he added a hairline blackletter typeface by Hendrik van den Keere too!

 

FF Tisa Sans
Mitja Miklavčič [FontFont]

Die besten Schriften 2012: FF Tisa Sans

Nadellose Eibe

Mitja Miklavčič hat mit seiner FF Tisa (Slovenisch für »Eibe«) eine der interessantesten Serifenschriften der letzten Jahre gestaltet, und die passende Serifenlose wurde mit Spannung erwartet. Mitja ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und nahm sich genug Zeit, um eine eigenständige Partnerin zu entwickeln. Die Betonung liegt auf eigenständig, denn anders als viele Sans-Pendants weiß Tisa Sans durch ihre freundliche, rundliche Formensprache auch (und gerade) alleine zu betören, so auch in den Überschriften auf dieser Website.

Leafless yew

With FF Tisa (Slovenian for “yew”), Mitja Miklavčič created one of last years’ most stunning serif typefaces, which was crying out for a sans serif counterpart from the beginning. Yet Mitja kept calm and took the time that it needed to create an adequate partner. And the result is not just adequate but independent, for unlike most sans serif equivalents, FF Tisa Sans’ friendly shapes know how to charm on its own, like in the headlines of this website.

 

Euclid
Emmanuel Rey [Swiss Typefaces]

Die besten Schriften 2012: Euclid

Geometrie jetzt

Euclid ist kein bloßes Revival einer geometrischen Sans aus dem 20. Jahrhundert, sondern eine echtes Kind des noch jungen Jahrtausends. So ließ sich Emmanuel Rey für den üppig ausgestatteten OpenType-Font (neben unzähligen Ligaturen und Alternativzeichen finden sich auch Mediävalziffern und Unicase-Zeichen!) nicht nur eindimensional inspirieren; Einflüsse kommen aus historischen Inschriften genauso wie aus zeitgenössischen Graffiti-Tags.
Und im nächsten Jahr folgen neue Fettegrade, exklusiv hier vorab zu besichtigen!

Today’s geometry

Euclid isn’t a revival of a 20th century geometric sans but a true typeface of today. Emmanuel Rey’s inspirations come from a variety of different sources, such as ancient inscriptions and contemporary graffiti tags. The Bold with all its OpenType madness (countless ligatures, alternates, old style figures, unicase et al) is currently the only available style, but more weights are on the way (see exclusive preview here!).

Preview: Upcoming Euclid weights
 

The Harriet Series
Jackson Cavanaugh [Okay Type]

Die besten Schriften 2012: The Harriet Series

Server-crashing serifs

Als Jackson Cavanaugh Anfang des Jahres seine neue Schriftfamilie mit einer eigenen Microsite veröffentlichte, dauerte es nicht lange und der Server ging ob des großen Andrangs in die Knie! Und warum das so war, wird nach einem Klick schnell klar: Nicht nur die Microsite, sondern vor allem die darauf perfekt in Szene gesetzte Schrift weiß auf Anhieb zu begeistern: Einflüsse von Baskerville über die Scotch Roman bis hin zu den »modernen« anglo-amerikanischen Spitzfeder-Schriften des frühen 20. Jahrhunderts sind zu spüren, ohne jedoch den eigenen Charakter aus den Augen zu verlieren. Ein breites Spektrum an Strichstärken steht zur Verfügung, sowohl für den Display-Einsatz als auch mit reduziertem Kontrast für den Mengentext.

Server-crashing serifs

When Jackson Cavanaugh released his new typeface in early 2012 with its own microsite, it didn’t take long for the huge traffic to crash his server. And if you have a look at it yourself, you soon understand why: Not only is the microsite amazing but also (and especially) the typeface. Influences reach from Baskerville to Scotch Roman to the “modern” typefaces of the early 20th century, without losing its very own character. Choose from a wide range of styles for both display and body text.

 

OurType Stencils
Fred Smeijers, Maurice Göldner, Pierre Pané-Farré & Thomas Thiemich [OurType]

Die besten Schriften 2012: OurType Stencils

Not your usual stencil

Wer bei Schablonenschriften nur an die blockigen Lettern auf Holzkisten, Containern oder Pappkartons dachte, wurde spätestens 2010 von Paul Barnes eines Besseren belehrt. Nun nahm sich Fred Smeijers endlich einem seiner liebsten Themen an und hat zusammen mit den OurType-Designern Maurice Göldner, Pierre Pané-Farré & Thomas Thiemich eine ganze Serie unterschiedlichster Schablonenschriften veröffentlicht, eine aufregender als die andere.

Not your usual stencil

If “stencil” used to make you think of blocky letters on containers, cardboard or wooden boxes, then Paul Barnes already taught you better in 2010 with Dala Floda. Two years later it’s Fred Smeijers who’s on one of his favourite subjects and (together with OurType designers Maurice Göldner, Pierre Pané-Farré & Thomas Thiemich) releases a whole series of extraordinary stencil fonts, one finer than the other.

 

JAF Bernini Sans
Tim Ahrens [Just Another Foundry]

Die besten Schriften 2012: JAF Bernini Sans

Aufregend unaufgeregt

Es gibt introvertierte und extravertierte Schriften. Letztere sind diejenigen, die man entweder sofort liebt oder eben haßt, weil sie mit ihren Besonderheiten nicht hinter dem Berg halten. Die introvertierten Schriften sind jene, die gerne auf den ersten Blick übersehen werden, weil sie so unscheinbar wirken, aber je näher man sich mit ihnen beschäftigt, desto faszinierender werden sie. So wie Bernini Sans von Tim Ahrens, bestehend aus der eher maskulinen Bernino Sans (oberer Teil des Schriftmusters) und der feminineren Bernina Sans (unterer Teil) . Im Interview/Portrait auf myfonts.de kommt man langsam, aber sicher zur Erkenntnis, daß Tim das spannende Feld der »pseudo-dynamischen« Serifenlosen à la Frutiger trefflich analysiert und um eine Schriftfamilie ergänzt hat, die schlicht und einfach als ultimativ bezeichnet werden muß.

Thrillingly unexcited

There are introvert and extrovert typefaces. The latter ones are the ones that you immediately fall in love with or hate because their characteristics are visible at first glance. The introvert typefaces are often overlooked, but the closer you look the more fascinating they become. Such as Tim Ahrens’ Berninis, consisting of the more masculine Bernino Sans (upper part of the specimen) and the feminine Bernina Sans (lower part). In myfonts.de’s interview with Tim (in German) you soon notice that he perfectly analysed the Frutigeresque “pseudo-dynamic” sans serif genre to add a typeface that’s simply ultimate.

 

Thema
Nikola Djurek [Typonine]

Die besten Schriften 2012: Thema

Lückenlose Eleganz

Bereits 2008 veröffentlichte Nikola Djurek Typonine Stencil, deren Kombination aus elegantem holländischem Duktus zusammen mit dem für das Genre ungewöhnlichen Schabloneneffekt für Aufsehen sorgte. Und es konnte im Grunde nur eine Frage der Zeit sein, wann er buchstäblich die Lücken schließen und die eleganten Formen ohne die Stege veröffentlichen würde. Das Warten hat nun erstens ein Ende und sich zweitens gelohnt, denn eine derart schnörkellose, anmutige Breitfederschrift hat man bisher selten gesehen!

Gapless elegance

In 2008 Nikola Djurek released Typonine Stencil, whose combination of an elegant Dutch flow and an unusual stencil effect caused a stir. So it was just a question of time for him to literally close the gaps and release the exquisite shapes in an undisturbed way. And it’s been worth the wait, for it’s hard to find a comparable sophisticated broad nib!

 

Rollerscript
Nick Cooke [G-Type]

Die besten Schriften 2012: Rollerscript

Digitaler Tintenroller

Wer mich kennt, weiß, daß ich eine Schwäche für gut gemachte Handschriftenfonts habe, und wer die typografische Realität kennt, weiß, daß es immer noch viel zu wenige gibt. Nick Cooke hat dem Genre mit Olicana bereits einen eleganten Beitrag hinzugefügt und legt jetzt mit Rollerscript lässig nach. Wie der Name schon sagt, basiert die Schrift auf dem schwungvoll geschriebenen Rollerball Pen (»Tintenroller«), und neben ihrem dynamischen Duktus ist es vor allem die smarte OpenType-Technik, die sowohl in der Smooth- als auch in der Rough-Variante durch automatisch integrierte Alternativzeichen und Ligaturen für ein natürliches und lebendiges Schriftbild sorgt.

Digital rollerball pen

If you know me, you know that I have a soft spot for sophisticated handwritten fonts. And if you know the reality, you know that there are still not enough of them. A few years ago, Nick Cooke added the elegant Olicana to the genre, and now he comes up with something casual. As the name implies, it is based on the rollerball pen, and apart from the dynamic flow it’s the smart OpenType technology that cares for a natural and lively hand, both in the Rough and Smooth styles.

 

Trivia
František Štorm [Štormtype]

Die besten Schriften 2012: Trivia

Kleines Einmaleins im großen Stil

Neben der Schriftgestaltung scheint František Štorms große Stärke im Understatement zu liegen, denn er verleiht dieser gigantischen Schriftsippe das Prädikat »trivial« und möchte eigentlich nur die drei Ausprägungen einer Schrift verdeutlichen: Sans, Serif und Slab. Das Ergebnis ist jedoch eine (im wahrsten Sinne) Superfamilie, die ihresgleichen sucht: Hier trifft klassizistische Antiqua nicht nur auf Serifenlose und Serifenbetonte, sondern gleich auch noch auf Amerikanische Grotesk. Dazu gibt es noch eine kontrastärmere Variante für den Mengensatz und neben unzähligen OpenType-Features auch Kyrillisch und Griechisch in allen 94 (!) Schriftschnitten. Ganz trivial eben.

A trivial superfamily

František Štorm seems to be not just a great typeface designer, but also a master of understatement by coming up with a name for his gigantic type family like that. Actually, he simply likes to clearly distinguish the three basic latin type categories sans, serif and slab. Therefore he created a superfamily consisting of a Didone with matching sans and slab variants and above all that a four-width Grotesk. Not to forget the low-contrast version of the Didone for body copy, and besides countless OpenType features Cyrillic and Greek support for all of the 94 (!) styles. Trivial!

 

Fort
Jeremy Mickel [Village/MCKL]

Die besten Schriften 2012: Fort

Freundliche Neutralität

Wer wie Jeremy Mickel gleichzeitig Grafikdesigner und Schriftgestalter ist, hat den Vorteil, sich seine passende Schrift einfach selbst gestalten zu können. Im Falle von Fort könnte das Problem gewesen sein, daß Gotham zu rund war und DIN zu streng. Ergebnis: Eine zeitgemäße Grotesk mit leicht gespannten Rundungen; neutral genug, um sich zurückzunehmen wo es nötig ist, gleichzeitig aber mit der gewissen Wärme und Freundlichkeit ausgestattet, um nicht zu unpersönlich rüberzukommen.

Friendly neutrality

Jeremy Mickel’s background as a graphic designer can be quite advantageous as a typeface designer: If existing fonts aren’t quite right, he can draw one himself. In the case of Fort, Gotham might have been too round and DIN too strict. The result is a contemporary sans serif with slightly squared shoulders; neutral enough to stay discreet where necessary, yet warm and friendly to avoid being impersonal.

 

Honorable Mentions

Andere Best-of-Listen

Ein großes Dankeschön

… wie immer allen Designern und Foundrys für die freundliche Unterstützung!

Many thanks to all designers and foundries for the support!

 

Kommentare (5) [abonnieren]

  1. 1 | Norman Posselt | 08.01.2013 11:19

    Das ist wieder eine sehr gelungene Übersicht des Typo-Jahres 2012. Danke!

  2. 3 | Ivo | 08.01.2013 15:13

    Großartige Liste, fundierte Begründungen und tolle Showings. Wie immer mein Typefacts-Highlight des Jahres. Danke, der Herr.

  3. 9 | Holzhaus | 21.03.2013 01:17

    Von Handschriftenfonts bekomme ich wohl nie genug. »Rollerscript« kommt definitiv in meine Sammlung, das ist nun beschlossene Sache. Vielen, vielen Dank auch für diese wieder sehr vortreffliche Auswahl an Fonts!

  4. 11 | Daniel | 16.05.2013 01:00

    Durch Fontrecherche zufällig hier auf den Artikel gestoßen… Besten Dank für wirklich gelungene Übersicht. Ich bin fündig geworden und werde mir definitiv die Mediävalziffern der Euclid noch einmal in Ruhe ansehen.

  5. 12 | Mediatouch | 04.10.2013 12:21

    Da sind ja mal wieder einige sehr interessante Fonts mit dabei. Die können wir in der Agentur sicher auch gut gebrauchen. Vielen dank für den Beitrag!

Trackbacks (7)

  1. Best Of 2012 | The FontFeed | 05.02.2013 17:47
  2. 26+ » Bestenlisten 2012 | 21.02.2013 13:34

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